Flüchtlingsstadt Suruc: Die Odyssee des Bürgermeisters


Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB
Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB
Tausende Menschen retteten sich aus dem syrischen Kobani in die türkische Grenzstadt Suruc, als der IS vorrückte. Nun ist der Bürgermeister selbst geflohen – nach Deutschland. In der Türkei gilt er als Verräter.

Von Hasnain Kazim | SpON

Orhan Sansal gilt in der kurdischen Bevölkerung in der Türkei als Volksheld. Jetzt ist er ein Flüchtling. Seit dem 7. November lebt er in Deutschland, an einem geheim gehaltenen Ort. Am Freitagvormittag hat er bei der Polizei vorgesprochen und seinen Fluchtgrund dargelegt.

Sansal, Mitglied der pro-kurdischen Partei HDP, war Bürgermeister der türkischen Stadt Suruc, an der Grenze zu Syrien. Dann wurde er abgesetzt, wie Dutzende andere kurdische Bürgermeister in der Türkei auch. Von der türkischen Regierung wird er angefeindet, weil in Suruc während seiner Amtszeit kurdische Kämpfer medizinisch versorgt wurden, die sich in der syrischen Stadt Kobani im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) Verwundungen zugezogen hatten. Ebenso wird ihm vorgeworfen, dass in Suruc getötete kurdische Kämpfer beerdigt und ein Park nach einem kurdischen Gefallenen benannt wurde. „Dabei haben wir den Verletzten mit Zustimmung des Regierungspräsidiums und mit Wissen der Regierung geholfen“, sagt Sansal SPIEGEL ONLINE. Im Nachhinein werde ihm nun ein Strick daraus gedreht.

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