I Had to Take My Dirty Panties to a Rabbi, and So Has Every Orthodox Jewish Woman

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Religion brainwashed me into doing irrational and emotionally self-damaging things that I would have easily recognized as primitive and harmful were it not for my indoctrination. Of all the practices I look back on with horror, this was the worst. By removing the veil of secrecy that keeps these practices from public knowledge, my hope is that women suffering within these communities will feel empowered to leave.

By Katia Aryeh | RDF

There are three key tenets of Orthodox Judaism, each associated with an array of laws that must be strictly adhered to. Of the three, people are generally familiar with two: the special dietary laws referred to as Kosher; and the rabbinical laws of the Sabbath, or Shabbat, that govern the do’s and don’ts during the day of rest between sundown Friday and sundown Saturday.

The third pillar of Orthodox Judaism, family purity or niddah, is one very few people outside of that insular world are aware of.  However, if broken, the laws accompanying it carry a far greater penalty in the next world than those related to the Sabbath or keeping Kosher. The laws of family purity apply to all spectrums of orthodoxy, including the modern ones that allow women to wear trousers and uncover their hair, like the sect Ivanka Trump belongs to, for example. Even the slightest deviation from these laws would compromise a couple’s standing as practicing Orthodox Jews in the eyes of a rabbinical court.

What are these laws, you ask?

The laws of family purity revolve around the color of a woman’s vaginal discharge.

You see, beginning on the days when she anticipates her period, a husband and wife are forbidden from having any sexual relations until seven days following the end of her period. Considering orthodox law states that a period’s duration is a minimum of five days, this typically spans about two weeks or longer, depending on whether her post-menstrual discharge cooperates. In short, this means that for about half of every month, all aspects of an orthodox woman’s life, relationship, sexuality, and emotional health, are dictated by her vaginal discharge.

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Niederlande verbieten Burkas und Niqabs

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Das niederländische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das Burkas und Niqabs in vielen Bereichen der Öffentlichkeit verbietet. Bei einem Verstoß droht eine Geldstrafe von 400 Euro.
 

DIE WELT

In den Niederlanden werden Burkas in öffentlichen Gebäuden verboten. Das niederländische Parlament stimmte am Dienstag mit großer Mehrheit einem entsprechenden Gesetzentwurf zu. Danach dürfen Ganzkörperschleier (Burkas) und Gesichtsschleier (Niqabs) nicht mehr in staatlichen Gebäuden, im öffentlichen Nahverkehr, Schulen und in Krankenhäusern getragen werden. Bei einem Verstoß droht eine Geldstrafe von bis zu 400 Euro.

Die Erste Kammer des Parlaments muss dem Gesetzesvorschlag noch zustimmen. Wann das Verbot in Kraft tritt, ist noch nicht bekannt. Die Koalition aus Rechtsliberalen und Sozialdemokraten hatte das Verbot bereits vor vier Jahren angekündigt.

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ICC: „Es werden zweierlei Maßstäbe angelegt, wenn es um die Mächtigen geht“

International Criminal Court (ICC)/PD
International Criminal Court (ICC)/PD
Völkerstrafrechtler Benjamin Dürr über die Probleme des Internationalen Strafgerichtshofs und der neuen Idee eines Völkerstrafrechts

Von Dirk Eckert | TELEPOLIS

Benjamin Dürr ist Völkerstrafrechtler und arbeitet als Prozessbeobachter für verschiedene internationale Organisationen, Regierungen und Medien am Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag. Er hat gerade das Buch „Im Namen der Völker. Der lange Kampf des Internationalen Strafgerichtshofs“ veröffentlicht.

Der Internationale Strafgerichtshof wird von einer Austrittswelle erfasst: Burundi, Südafrika und Gambia kündigen ihre Mitgliedschaft (Der Internationale Strafgerichtshof zerfällt), Russland beendet den Beitrittsprozess. Andere Länder wie die USA sind gar nicht dabei. Ist der Versuch, eine internationale Strafgerichtsbarkeit einzuführen, jetzt gescheitert?
Benjamin Dürr: Nein, aber die Idee durchlebt eine Krise, das ist ganz offensichtlich. Das bedeutet aber nicht das Ende des Strafgerichtshofs, das kann ich mir nicht vorstellen. Institutionen wie die Straftribunale zu Ruanda und für das frühere Jugoslawien und eben der Strafgerichtshof sind entstanden nach dem Ende des Kalten Krieges. Damals gab es die Hoffnung, es würde eine bessere Welt entstehen. Mit der zunehmenden Ost-West-Konfrontation der vergangenen Jahre zeigt sich aber, dass das nicht der Fall ist: Bestimmte Entscheidungen können im UN-Sicherheitsrat nur noch schwer getroffen werden. Die USA wollen aus dem Klimaabkommen austreten. In dieses Bild passen auch die Austritte aus dem Internationalen Strafgerichtshof.
Der Fall Russland spricht für diese These. Aber die afrikanischen Staaten werfen dem Internationalen Strafgerichtshof ja Rassismus vor. Zu Recht?
Benjamin Dürr: Bisher sind fünf Urteile ergangen, alle gegen Afrikaner. Neun der zehn derzeitigen Ermittlungsverfahren beziehen sich auf Afrika. Das lässt in der Tat das Bild entstehen, das Gericht wäre rassistisch. Wenn man sich aber die Hintergründe anschaut, sieht man, dass der Vorwurf nicht gerechtfertigt ist. Die meisten Verfahren wurden von den Regierungen in Auftrag gegeben. Nur zwei Mal sind die Ermittler von sich aus in Afrika tätig geworden.
Allerdings spielt das System des Strafgerichtshofs dem Vorwurf des Rassismus in die Hände: Das Gericht wurde gegründet als ultima ratio, als letzte Möglichkeit, wenn Staaten unfähig oder unwillig sind, selbst zu ermitteln. Das trifft vor allem Entwicklungsländer mit schlechtem Justizsystem oder Konfliktregionen. Deshalb wäre es unwahrscheinlich, dass ein europäischer Staat in die Zuständigkeit fallen würde. Denn er kann selbst ermitteln.

Epochenwende – Das Ende des liberalen Zeitalters

Tempel des Konsums: Shopping-Center in Moskau / picture alliance
Tempel des Konsums: Shopping-Center in Moskau / picture alliance
Obwohl Selbstentfaltung heute groß geschrieben wird, sind Freiheit und Autonomie zu Auslaufmodellen geworden. Das Freiheitsversprechen der Marktwirtschaft hat sich ins Gegenteil verkehrt

Von Alexander Grau | Cicero

Das liberale Zeitalter scheint sich seinem Ende zuzuneigen: In den USA zieht bald Donald Trump ins Weiße Haus ein, in Großbritannien organisiert Theresa May den Brexit, in Ungarn regiert Viktor Orban, in Russland Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdogan in der Türkei – und im angeblichen Mutterland der Liberté, der Freiheit, wird es Marine Le Pen aller Wahrscheinlichkeit nach zumindest in die Stichwahl zur Präsidentschaft schaffen. Auch anderswo bestimmen antiliberale Gruppierungen von links und rechts innerpolitische Diskurse.

Nein, es steht offensichtlich nicht gut um den Liberalismus, um die Idee von Freiheit, Autonomie und Selbstverantwortung. Wohin man auch schaut: Allüberall greift die Sehnsucht nach Abschottung um sich, nach Begrenzung und Restriktion. Wir scheinen, vor einem Zeitalter antiliberaler Restauration zu stehen.

Doch dieser Diagnose liegt ein handfester Denkfehler zugrunde. Schließlich kann eine liberale Epoche nur dort zu Ende gehen, wo es sie einmal gegeben hat.

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US-Stadt Bloomington benennt Karfreitag um – Frühlingsfeiertag

jesus_schaukelDie US-amerikanische 84.000-Einwohner-Stadt Bloomington (Bundesstaat Indiana) benennt den Karfreitag um. Nach Angaben von Bürgermeister John Hamilton soll der Tag künftig in den städtischen Kalendern als „Frühlingsfeiertag“ bezeichnet werden.

kath.net

Auch den „Kolumbus-Tag“ – er wird am zweiten Montag im Oktober gefeiert und erinnert an die Entdeckung Amerikas durch Christopher Columbus (1451–1506) – gibt es nicht mehr. Er heißt jetzt „Herbstfeiertag“. Bürger hätten, so Hamilton, kritisiert, dass in den Informationen über die Öffnungszeiten des Rathauses auf die beiden Feiertage Bezug genommen wird. Die Umbenennung sei ein Zeichen kultureller Sensibilität gegenüber Nichtchristen und zeige den Einsatz der Stadt für Integration.

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Great Barrier Reef: Schlimmste je erfasste Korallenbleiche

Viele Korallen im Great Barrier Reef sind abgestorben. Foto: AFP/TORY CHASE / ARC CENTRE OF EXCELLENCE FOR CORAL REEF STUDIES
Viele Korallen im Great Barrier Reef sind abgestorben. Foto: AFP/TORY CHASE / ARC CENTRE OF EXCELLENCE FOR CORAL REEF STUDIES
Das größte Korallenriff der Welt verliert seine lebensspendenden Algen. Das Wetterphänomen El Niño ist zum Teil daran Schuld, dass das Great Barrier Reef leidet. Die Hauptursache sehen Experten aber an anderer Stelle.

Frankfurter Rundschau

Das Great Barrier Reef in Australien hat in diesem Jahr die schlimmste je erfasste Korallenbleiche zu verkraften. In einer 700 Quadratkilometer großen Region im nördlichen Teil des mehr als 2300 Kilometer langen Riffs seien zwei Drittel der Korallen abgestorben, manche Korallenbänke hätten gar keine lebenden Korallen mehr, bilanzierten Wissenschaftler der James-Cook-Universität am Dienstag.

Als Bleiche wird ein Verblassen der farbenprächtigen Steinkorallen bezeichnet: Bei zu hohen Wassertemperaturen stoßen die Nesseltiere die für die Färbung sorgenden Algen ab, mit denen sie sonst in einer Gemeinschaft zu gegenseitigem Nutzen leben. Ohne die sogenannten Zooxanthellen können sie auf Dauer nicht überleben und sterben ab, wenn sich die Algen nicht binnen einiger Wochen oder Monate wieder ansiedeln.

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Kernphysiker: ‚Es gibt eine Logik, die die Welt leitet‘

Universum Nasa, Esa, Hubble SM4 ERO Team
Universum Nasa, Esa, Hubble SM4 ERO Team
Italienischer Kernphysiker Zichichi gegenüber Radio Vatikan: Wissenschaft und Glauben kein Widerspruch – Britischer Astrophysiker Hawking glaubt an keinen göttlichen Schöpfungsakt – Beide Wissenschaftler vom Papst empfangen

kath.net

„Es gibt eine Logik, die die Welt leitet. Wenn diese Logik nicht existieren würde, hätte ich rein gar nichts entdecken können.“ Das hat der italienische Kernphysiker Antonino Zichichi, Teilnehmer der laufenden Vollversammlung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, im Gespräch mit Radio Vatikan erklärt. Der ehemalige Präsident des italienischen nationalen Institutes für Kernphysik ist bekennender Katholik; Wissenschaft und Glauben stellen für ihn keinen Widerspruch dar.

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Michael Schmidt-Salom: Rechtspopulisten und Islamisten tolerieren, solange keine Gesetze verletzt werden

 Gegendemonstranten blockieren im April Delegierten der AfD den Zugang zu deren Bundesparteitag in Stuttgart. (Foto: Getty Images)
Gegendemonstranten blockieren im April Delegierten der AfD den Zugang zu deren Bundesparteitag in Stuttgart. (Foto: Getty Images)
Wo sind die Grenzen der Toleranz? Der Philosoph Schmidt-Salomon sagt, man solle Demagogen recht geben, wo sie recht haben – und zugleich ihre Lächerlichkeit aufzeigen.

Interview von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

Die AfD ist in Deutschland sehr stark geworden, in den USA wird Donald Trump Präsident, in Frankreich könnte Marine le Pen die Regierung übernehmen. Was ist der richtige Umgang mit Rechtspopulisten, wo liegen die Grenzen der Toleranz, und wann wird Kritik zur Beleidigung? Fragen an den Philosophen und Publizisten Michael Schmidt-Salomon.

SZ: Manche Journalisten halten die Wahlerfolge von Trump oder der AfD für die Quittung dafür, dass Politik und Medien den Kontakt zu den „Unvernünftigen“, „Vergessenen“, „Abgehängten“ verloren haben und sie nur noch verachten und beschimpfen. Ist da was dran?

Michael Schmidt-Salomon: Der Erfolg der Rechtspopulisten ist, wie ich meine, auf zwei zentrale Faktoren zurückzuführen. Erstens auf eine zunehmende soziale Ungleichheit. Es ist ja leider so: Wenn Menschen ihren sozialen Status nicht verbessern können, wenn sie sich selbst als Individuen nicht mehr wahrgenommen fühlen, dann neigen sie dazu, sich über die Mitgliedschaft zu einer Gruppe zu definieren, was chauvinistische Abgrenzungen gegenüber „den anderen“ verstärkt.

Zweitens fehlt es tatsächlich an einer rationalen Streitkultur. Eine vernünftige gesellschaftliche Debatte hätte diesem Lagerdenken entgegenwirken können, aber dazu ist es in den letzten Monaten nicht gekommen.

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Tödliche Gene

Anopheles gambiae beim Stich. Bild: wikimedia.org/PD/James D. Gathany
Anopheles gambiae beim Stich. Bild: wikimedia.org/PD/James D. Gathany

Mithilfe der Gentechnik können die Menschen erstmals die Malariamücke ausrotten. Aber dürfen wir das auch?

Von Antonio Regalado | Technology Review

Malaria tötet eine halbe Million Menschen jedes Jahr, vor allem Kinder im tropischen Afrika. Die Ausrottung der Seuche würde in den nächsten 15 Jahren schätzungsweise mehr als 100 Milliarden Dollar kosten. Man bräuchte Moskitonetze für jedermann, Zehntausende Kisten voller AntiMalaria-Medikamente und zig Millionen Liter Insektizide. Warum nicht stattdessen nur einen Kübel voller genveränderter Moskitos?

Am Imperial College in London herrschen in einem Raum hinter schweren Stahltüren feuchtwarme 30 Grad. In kleinen Gazekäfigen hängen die Stechinsekten, ein Warnschild weist sie als „Gene Drive“-Moskitos aus. Der rätselhafte Begriff heißt so viel wie „Genantrieb“ und bezeichnet eine Methode, durch die Gene dazu gebracht werden, sich deutlich stärker zu verbreiten als normal.

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Rassismus: Europas ambivalenter Humanismus

 Schriftzug " Multikulti nein Danke" (picture alliance / dpa / Stefan Sauer)
Schriftzug “ Multikulti nein Danke“ (picture alliance / dpa / Stefan Sauer)
Die Idee des Humanismus ist mit der europäischen Tradition verbunden. Aber Letztere beinhaltet auch Kolonialzeit, Rassismus und ausbeuterischen Kapitalismus. Der europäische Rassismus habe deshalb eine besondere Dimension, betont die Historikerin und Drehbuchautorin Fatima El-Tayeb in ihrem neuen Buch „Undeutsch. Die Konstruktion des Anderen in der postmigrantischen Gesellschaft“.

Von Norbert Seitz | Deutschlandfunk

Von den Rettungsschirmen über den Brexit bis zur Flüchtlingsbewegung – Europa stolpert von einer Krise in die andere. Doch die Ursachen für die derzeitige Instabilität des Kontinents liegen tiefer als nur in Finanzierungslücken oder nationalen Egoismen, sagt Fatima El-Tayeb, die schwarze deutsche Historikerin und Drehbuchautorin. Sie beklagt eine folgenreich missratene Geschichtsaufarbeitung nach dem Epochenbruch von 1989.

„Um den veränderten Konstellationen Rechnung zu tragen, war nicht nur eine Neuformulierung deutscher und europäischer Zukunftsvisionen nötig, auch die Erinnerung musste neu gestaltet werden. Im Übergang zur gegenwärtigen Weltordnung wurde die Chance zu einer realen Neuordnung der Welt auf allen Ebenen verpasst.“

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Größte offene Verwerfung der Erde entdeckt

© Pownall et al./Australian National University Eine Subduktion am Inselbogen führte dazu, dass die ozeanische Kruste unter der Bandasee ausdünnte und riss.
© Pownall et al./Australian National University Eine Subduktion am Inselbogen führte dazu, dass die ozeanische Kruste unter der Bandasee ausdünnte und riss.
Mysteriöse Tiefe: Seit 90 Jahren rätseln Geologen über die Entstehung der sieben Kilometer tiefen Bandasenke vor Indonesien – jetzt haben sie die Lösung gefunden. Denn wie sie entdeckten, senkte sich der Meeresgrund hier ein, als ein unterseeischer Krustenteil auseinander gerissen wurde. Die an dieser Stelle neuentdeckte tektonische Störung ist die größte freiliegende Verwerfung weltweit, wie die Forscher im Fachmagazin „Geology“ berichten.

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In der Bandasee zwischen Indonesien und Australien liegt das tiefste Becken der Erde – nur einige Tiefseegräben sind tiefer. Im sogenannten Weber Deep bildet der Meeresboden eine mehr als sieben Kilometer tiefe Senke. Wie diese jedoch entstand, ist rätselhaft. „Dieser Abgrund ist seit 90 Jahren bekannt, aber bislang konnte niemand erklären, wie er so tief wurde“, erklärt Jonathan Pownall von der Australian National University.

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Kita-Erzieherin darf Kopftuch tragen

Themenbild
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„Ein ‚islamisches Kopftuch‘ ist in Deutschland nicht unüblich“, begründet das Gericht seine Entscheidung. Der Arbeitgeber hatte die Muslimin abgemahnt.

DER TAGESSPIEGEL

Eine muslimische Erzieherin darf bei ihrer Arbeit in einer Kindertagesstätte ein Kopftuch als Ausdruck ihrer religiösen Selbstbestimmung tragen. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Fall einer Erzieherin in einer kommunalen Kita in Baden-Württemberg hervor.

„Ein ‚islamisches Kopftuch‘ ist in Deutschland nicht unüblich, sondern spiegelt sich im gesellschaftlichen Alltag vielfach wider“, schrieben die Richter in Karlsruhe zur Begründung. Es gebe keinen verfassungsrechtlichen Anspruch darauf, „von der Wahrnehmung anderer religiöser oder weltanschaulicher Bekenntnisse verschont zu bleiben“, hieß es in dem Beschluss weiter. (Az. 1 BvR 354/11)

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Flughafen Frankfurt: Polizei widerspricht Rassismus-Vorwürfen

Polizist an einem Flughafen (Symbolbild). Foto: imago
Polizist an einem Flughafen (Symbolbild). Foto: imago
Der stellvertretende Interpol-Chef wird am Frankfurter Flughafen kontrolliert. Danach spricht er von Racial Profiling. Nun schildert die Bundespolizei ihre Sicht auf den Fall.

Von Georg Leppert | Frankfurter Rundschau

Der Vorfall sorgte international für Aufsehen. Der stellvertretende Chef von Interpol und Polizeichef von Namibia, Sebastian Ndeitunga, wirft der Bundespolizei am Flughafen Rassismus vor. Nun hat sich die Behörde erstmals ausführlich dazu geäußert. Ndeitungas Kritik sei unberechtigt, heißt es. Die Bundespolizei beruft sich unter anderem auf die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken im Bundestag.

Ndeitunga war am 2. Oktober mit einem Flugzeug der Air Namibia aus Windhoek in Frankfurt gelandet. Nach dem Ausstieg aus der Maschine wurde er kontrolliert. Dabei stritt er sich mit Polizisten – vor allem, weil diese seinem Diplomatenpass zu wenig Beachtung geschenkt hätten und zudem nur Passagiere mit schwarzer Hautfarbe kontrolliert worden seien. Über die Allgemeine Zeitung in Namibia machte Ndeitunga seine Vorwürfe öffentlich. Zahlreiche deutsche Medien, auch die FR, griffen den Fall auf.

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Tortur in Libyen: Mittelmeer-Flüchtlinge: „Sie verkaufen uns wie Fisch“

Libyen © Ben Sutherland @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Libyen © Ben Sutherland @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die „Sea Watch“ rettet erschöpfte Flüchtlinge aus dem Mittelmeer. Manche haben die Überfahrt schon mehrfach gewagt, wurden aber von der libyschen Küstenwache abgefangen. Zurück in Nordafrika schufteten sie für Schleuser – bis zum nächsten Versuch.

Von Christian Ditsch | MiGAZIN

Bubakas verwaschenes T-Shirt ist mit Namen übersät. Alle, die den 18-Jährigen in den vergangenen drei Jahren begleiteten, haben unterschrieben. Viele der Weggefährten leben nicht mehr. Es waren Jahre der Flucht.

Bubaka war 15, als er mit einem Freund aus seiner Heimatstadt Serekunda im westafrikanischen Gambia aufbrach – in eine lebenswerte Zukunft in Europa. Zuhause schaffte er es nicht, genug Geld für seine Familie zu verdienen. Das war 2014. Als Bubaka von der Besatzung der „Sea Watch 2“ Ende Oktober 2016 vor der libyschen Küste gerettet wird, ist er 18. Es war sein dritter Anlauf, über das Mittelmeer zu gelangen.

Nicht alle haben es geschafft

Was Bubaka seit seinem Aufbruch erlebt hat, kann er kaum in Worte fassen. Mit Blick auf die Unterschriften auf seinem T-Shirt sagt er: „Von ihnen haben es nicht alle bis Libyen geschafft.“ Einige hätten auch die fürchterlichen Umstände in Libyen nicht überlebt, so auch sein Freund, mit dem er sich zusammen auf den Weg gemacht hatte.

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Bautzen: Haft für Schaulustige bei Brand von Flüchtlingsheim

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

In ein ehemaliges Hotel in Bautzen sollten Flüchtlinge einziehen, bei einem Brand in der geplanten Unterkunft schauten zwei junge Männer zu und widersetzten sich der Polizei. Nun müssen sie ins Gefängnis.

Frankfurter Rundschau

Neun Monate nach dem Brand in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Bautzen sind zwei der damaligen Schaulustigen zu Jugendstrafen verurteilt worden. Die beiden 21-Jährigen erhielten eine Jugendstrafe von zweieinhalb beziehungsweise drei Jahren, wie ein Sprecher des Amtsgerichts Bautzen am Montag sagte. Verurteilt wurden sie allerdings nicht nur wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte im Zusammenhang mit dem Brand.

In die Gesamtstrafen flossen vielmehr auch eine ganze Reihe davon unabhängiger Delikte wie Diebstahl, Sachbeschädigung und Körperverletzung ein. Einer der Angeklagten stand zudem wegen einer früheren Jugendstrafe noch unter Bewährung. Insgesamt musste sich einer der Männer wegen 24 Delikten, der andere wegen elf Straftaten verantworten.

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Das Kalkül hinter dem Schmusekurs des Waffenkonzerns Heckler & Koch

 Ein Rekrut mit seinem Gewehr vom Typ Heckler & Koch G36 Quelle: dpa
Ein Rekrut mit seinem Gewehr vom Typ Heckler & Koch G36 Quelle: dpa
Der Pistolen- und Gewehrhersteller Heckler & Koch will künftig nur noch Nato-Länder beliefern. Mit dem Verzicht auf Großkunden wie Saudi-Arabien will der Konzern an einen Mega-Auftrag herankommen.

Von Gerhard Hegmann | DIE WELT

Deutschlands größter Gewehrhersteller Heckler & Koch (H&K) hat derzeit nur ein Ziel: Die Firma will seriös, berechenbar und wirtschaftlich solide erscheinen. Sie will, dass Schlagzeilen über mögliche Exportverstöße bei Waffenlieferungen oder eine hohe Verschuldung samt Pleitegefahr der Vergangenheit angehören.

Daher hat die Waffenschmiede jetzt per Nachrichtenagentur dpa einen anonymen Mitarbeiter verkünden lassen, dass künftig nur noch Länder beliefert werden, die „zweifelsfrei demokratisch, eindeutig nicht korrupt und in der Nato oder Nato-nah“ sind. Die Türkei, obwohl in der Nato, werde ebenfalls von der Kundenliste gestrichen, heißt es in dem Bericht.

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Irakische Milizen: Zerstörung der Armee

Die Legalisierung der Paramilitärs macht eine neutrale, nationale Armee im Irak unmöglich

Von Gudrun Harrer | derStandard.at

Das irakische Parlament hat am Wochenende die „Volksmobilisierungseinheiten“ – die Milizen, die wie die irakischen Sicherheitskräfte gegen den „Islamischen Staat“ kämpfen – rechtlich der Armee gleichgestellt. Das kann man so argumentieren, dass es durchaus vernünftig klingt: Die Paramilitärs wandern so von außerhalb der Armee unter deren Kontrolle. Außerdem schließt die Legalisierung ausdrücklich die Milizen aller Ethnien und Konfessionen mit ein, ist demnach egalitär.

Das ist die Theorie, aber die Realität im Irak ist eben eine andere. Die meisten dieser Milizen sind schiitisch, etliche davon hängen an der Leine Teherans, sind radikal und werden der Verbrechen an Sunniten beschuldigt. Die irakische Armee wird nicht sie verändern, sondern sie werden die Armee verändern. Das ist ganz nach dem Geschmack von Expremier Nuri al-Maliki, der zurück an die Macht will und dessen neue politische Hausmacht die Milizen sind.

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Wien plagen übel riechende Wanzen

Archivbild: Eine Marmorierte Baumwanze / Bild: (c) imago/blickwinkel (imago stock&people)
Archivbild: Eine Marmorierte Baumwanze / Bild: (c) imago/blickwinkel (imago stock&people)
Die Marmorierte Baumwanze aus Ostasien macht sich massiv in der Hauptstadt breit, sitzt in Schwärmen auf Fassaden und dringt in Wohnungen ein. Man kann sie aber abwehren.
 

Von Anna Thalhammer | Die Presse

Sie sonnen sich auf Balkonen, sitzen in Hauseingängen herum, dringen in Wohnungen ein, wo sie sich ein warmes Plätzchen suchen – und einen unangenehmen Geruch verbreiten. Wien kämpft derzeit mit einer Wanzenplage.

Bei der Stadt Wien gehen Hunderte Anrufe ein, weil sich Bürger über die neuen ungebetenen Gäste beschweren. „Wir haben eine neue Wanzengattung, die dieses Jahr erstmals massiv auftritt“, sagt Alexander Lorber, Chef für Pflanzenschutz bei der MA 42. Es handelt sich hierbei um Halyomorpha halys – die Marmorierte Baumwanze. Die zwölf bis 17 Millimeter langen Tiere sind grau bis braun marmoriert und haben am Seitenrand des Hinterleibes schwarz-weiß gemusterte Flecken. Sie haben einen transparenten Flügelteil mit Streifen, die Unterseite ist gelb gefärbt, die Mundteile sind als Stechrüssel ausgebildet.

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Türkei : Große Teile von Sirnak dem Erdboden gleichgemacht

Sirnak, Foto: Civaka Azad
Sirnak, Foto: Civaka Azad
Die Selbstverwaltungsstrukturen der Stadt wurden zerschlagen. An den Hängen um Sirnak herum leben über 30.000 obdachlose Familien in Zelten

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Bekannt sind die Bilder von Kobanê, der kurdischen Stadt in Rojava/Nordsyrien, die 2015 vom IS fast eingenommen worden wäre, aber von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG/YPJ zurückerobert wurde. Der erfolgreiche Kampf der Kurden um diese Stadt wurde weltweit gefeiert, abgesehen von der türkischen Regierung, die sich nicht nur rausgehalten hat, sondern den IS laut vieler Indizien mit Waffen und Support unterstützt hat.

Nun liegt eine weitere kurdische Stadt in Trümmern. Diesmal aber nicht in Syrien und nicht vom IS zerstört, sondern in der Türkei und vom türkischen Militär zerstört. Das türkische Militär hat Sirnak,‬ eine südostanatolische Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern, zu großen Teilen dem Erdboden gleich gemacht. Nach Angaben der Bewohner übertrifft dies die Zerstörungen, die der IS in Kobanê hinterlassen hat.

Nach 8 Monaten Ausgangssperre konnte die Bevölkerung von Sirnak nun zurück in ihre Häuser oder dem, was davon übriggeblieben ist. Monatelang mussten sie von den Zeltstädten an den Hängen der Berge, die Sirnak umgeben, mitansehen, wie ihre Heimat systematisch zerstört wird.

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Kirchentag sucht Helfersyndrom

Bild: tilly
Bild: tilly
Helfen beim Kirchentag macht offenbar süchtig – jedenfalls sind viele jugendliche und auch ältere Helfende alle zwei Jahre wieder gern mit dabei. Für den Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 24.-28. Mai 2017 in Berlin und Wittenberg sucht der Leiter der Helferdienste, Neals Nowitzki, diesmal noch mehr Leute als sonst.
 

Von Anne Kampf | evangelisch.de

Der Deutsche Evangelische Kirchentag braucht nächstes Jahr 8000 statt 5000 Helferinnen und Helfer. Warum so viele?

Neals Nowitzki: Ganz einfach: Wir feiern 500 Jahre Reformation und haben uns, zusammen mit unseren Kollegen von r2017, ein bisschen mehr ausgedacht als nur einen Kirchentag in Berlin. Ende Mai finden zeitgleich sechs weitere kleinere Kirchentage in Leipzig, Magdeburg, Erfurt, Jena/ Weimar, Dessau-Roßlau und Halle/Eisleben – das sind die so genannten „Kirchentage auf dem Weg“ – und als Abschluss der gemeinsamen Woche noch das Festwochenende in Wittenberg. Um all diese Orte passend bespielen zu können, um für Sicherheit zu sorgen und dafür, dass sich die Teilnehmenden wohl fühlen, brauchen wir einfach ein paar mehr Helfende.

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