„Abscheu vor dem Islam“

„Wir erleben einen weltweiten Siegeszug der Ignoranz“, sagt US-Dramatiker Ayad Akhtar.© Robert Newald

US-Star-Autor Ayad Akhtar über sein Erfolgsstück „Geächtet“ und warum Muslime in Europa unter Druck geraten.

Von Petra Paterno | Wiener Zeitung

„Geächtet“ ist derzeit so etwas wie das Stück der Stunde: Mit beachtlicher Komplexität werden darin während einer eskalierenden Dinner-Party der Islam und der Blick des Westens auf den Islam kritisiert. Die Dialoge sind geschult an Yasmina Reza und Edward Albee: boulevardesk, aber pointiert.

Seit seiner Uraufführung 2012 in Chicago erlebte das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Stück einen beispiellosen Siegeszug: In den USA zählt es zu den meistgespielten Werken, auf zahlreichen deutschsprachigen Bühnen war es bereits zu sehen. Am Samstag, den 26.November, kommt „Geächtet“ nun am Wiener Burgtheater heraus. Während der Endproben sprach die „Wiener Zeitung“ mit dem US-pakistanischen Broadway-Star Ayad Akhtar, 46.

Wiener Zeitung„:In Ihrem Stück „Geächtet“ prallen gängige Vorurteile in einem vermeintlich weltoffenen Milieu aufeinander. Warum amüsieren wir uns über eigentlich überkommene Klischees?

Ayad Akhtar: Das weiß ich auch nicht. Tatsache ist, dass das Publikum in die Handlung eintaucht und am Ende häufig irritiert ist. Das Stück löst die Widersprüche nämlich nicht auf, vielmehr zeigt es Dynamiken, wie ethnische Minderheiten im Westen wahrgenommen werden. Manche Zuschauer sehen danach ihre Vorurteile bestätigt, andere nehmen es zum Anlass, ihre Vorurteile zu überdenken.

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Vorsitzender der Rota droht Meisner und Brandmüller

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Pio Vito Pinto, Vorsitzender der Römischen Rota, hat den Kardinälen Burke, Brandmüller, Caffarra und Meisner gedroht, dass diese wegen der öffentlichen Kritik an „Amoris Laetitia“ ihre Kardinalswürde verlieren könnten.

kath.net

Pio Vito Pinto, der Vorsitzende der Römischen Rota, des zweithöchsten Gerichts der römisch-katholischen Kirche, hat bei einer Konferenz in Spanien den Kardinälen Burke, Brandmüller, Caffarra und Meisner gedroht, dass diese wegen der öffentlichen Kritik an „Amoris Laetitia“ die Kardinalswürde verlieren könnten. Pinto behauptet laut Medienberichten sogar, dass für den Entzug der Kardinalswürde dafür nicht einmal der Papst zuständig sei, sondern er selbst.

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„Leider gibt es noch keine Barbie, die den Beruf einer Pfarrerin oder Rabbinerin ausübt“

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Barbie als Madonna. Themenbild.
Der Celler evangelisch-reformierte Pastor Andreas Flick gestaltet am Sonntag (4. Dezember) im Celler Bomann-Museum einen ganz besonderen Adventsgottesdienst und predigt über die Barbie-Puppe.

Von Karen Miether | evangelisch.de

Das Bomann-Museum präsentiert noch bis zum 17. April in einer Sonderausstellung unter dem Titel „Busy Girl“ die Barbie-Puppe als Vorbild für Karrierefrauen und zeigt eine Vielzahl an Puppen, Sammlerstücken, Barbie-Häusern und Zubehör der vergangenen Jahrzehnte. Wie er versuchen will, zusammen mit Pastor Peter Söllner von der freikirchlichen evangelisch-lutherischen Concordia-Gemeinde in dem Gottesdienst Barbie und Bibel zusammenzubringen, erläutert Flick im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Würden Sie Barbie-Puppen verschenken?

Andreas Flick: Meines Erachtens kann man als Eltern oder Großeltern durchaus Barbie-Puppen verschenken, wenn sich das der Nachwuchs wünscht. Bezüglich ihrer Berufswahl war Barbie mitunter recht emanzipiert und ihrer Zeit oft weit voraus. Barbie arbeitet bei McDonald’s, als Astronautin, als Ärztin, Politikerin oder im Show-Business. Doch leider gibt es bislang noch keine Barbie, die den Beruf einer Pfarrerin oder Rabbinerin ausübt. Das ist dann doch wieder typisch Amerika. Barbie hat keine Religion. Und doch: Weihnachten feiert sie auch.

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Warum Snowden auch in der Schweiz nicht vernommen wurde

Kollage: brightsblog
Kollage: brightsblog
Washington machte Bern ein Angebot, das man nicht ablehnen konnte

Von Markus Kompa | TELEPOLIS

Zwischenzeitlich sah es für Whistleblower Edward Snowden in der Schweiz ganz gut aus. Dort interessierte man sich dafür, was der Insider über seine Arbeit etwa in Genf zu sagen hatte. Denn die US-Geheimdienste hatten die Gastfreundschaft der Schweizer bereits anderweitig strapaziert, in dem sie sich über die erklärte Ablehnung hinwegsetzten, ihre Liegenschaften auf Schweizer Boden mit eigenen Sicherheitsdiensten zu observieren. Zudem nutzte die NSA sowohl die US-Botschaft als auch die US-Mission bei der UNO als Standort für Abhörtechnik.

Die Schweizer Staatsanwaltschaft kam 2014 zu dem Schluss, dass man Snowden bei freiem Geleit verhören könne und wolle (vgl. Gutachten: Snowden könnte in der Schweiz auf freies Geleit hoffen). Damit nicht genug, ließ man die privaten Sicherheitsfirmen der US-Spione durchsuchen, fand jedoch nichts, was nach neun Monaten Vorwarnung auch eher überraschend gewesen wäre. Nicht nur die Justiz, sondern auch Oppositionsparlamentarier wollten Snowden in der Schweiz vernehmen. Doch dann verliefen die Dinge auf einmal im Sande.

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Tanzverbot an Karfreitag in Bayern ist verfassungswidrig

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Da Leben des Brian, Screengrab Youtube/BB
Das Bundesverfassungsgericht kippt die derzeit bestehende Regelung im Freistaat, wonach am Karfreitag generelles Tanz- und Musikverbot herrscht.
 

Süddeutsche.de

Der ausnahmslose Schutz des Karfreitags in Bayern verstößt gegen das Grundgesetz. Das hat das Bundesverfassungsgericht mit einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss festgestellt. Die Karlsruher Richter gaben damit einer Verfassungsbeschwerde des Bundes für Geistesfreiheit statt.

Die anerkannte Weltanschauungsgemeinschaft vertritt die Interessen konfessionsloser Menschen und will die strikte Trennung von Kirche und Staat. Um die bayerische Regelung gerichtlich prüfen zu lassen, hatte die Gruppierung am Karfreitag 2007 eine Veranstaltung in einem Münchner Theater organisiert. Die zum Abschluss geplante „Heidenspaß-Party“ wurde – wie abzusehen war – untersagt.

Zu Unrecht, sagt nun das Bundesverfassungsgericht. Zwar darf der Karfreitag als „stiller Tag“ laut Beschluss besonders geschützt werden. Jede Befreiungsmöglichkeit von vorneherein auszuschließen sei aber unverhältnismäßig.

Glyphosat: Von Ängsten und Wahrheiten

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)

Schon seit Monaten streitet die EU über die Risiken des Pflanzenschutzmittels. Kritiker halten das Mittel für krebserregend und fordern ein Verbot. Aber sind die Alternativen wirklich besser?

Von Katja Scherer | Technology Review

Mit manchen Sätzen macht man sich derzeit nicht viele Freunde. „Wer Glyphosat verbieten will, sollte sich vorher auch die Auswirkungen der Alternativen anschauen“, ist so einer – selbst wenn man wie Christoph Schäfers der Parteinahme für Monsanto unverdächtig ist. Dabei spricht der Ökotoxikologe vom Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie nur aus, was in der derzeitigen Debatte um das Pflanzenschutzmittel viel zu kurz kommt: Wenn Glyphosat vom Markt verschwindet, was ist damit wirklich gewonnen?

Stattdessen dominieren Bilder von grünen, jungen Maispflanzen die Debatte. Sie wachsen auf Feldern, die bis zum Horizont reichen, Kleinflugzeuge besprühen sie, als dichter weißer Nebel regnet das Pflanzengift auf die grünen Triebe herab. Den gentechnisch veränderten Maispflanzen kann das Glyphosat nichts anhaben. Die Unkräuter, die zwischen ihnen sprießen, sterben dagegen in den nächsten Tagen ab.

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Landgericht Hamburg zwingt Facebook zum Einsetzen von Metadaten in Foto

Mit dem Exif Viewer lassen sich Metadaten einsehen. Bild: heise Download
Mit dem Exif Viewer lassen sich Metadaten einsehen. Bild: heise Download
Der Social-Media-Konzern will das Urteil, dass neue Abmahnmissbrauchsmöglichkeiten öffnen könnte, nicht kommentieren

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

In einer jetzt bekannt gewordenen Entscheidung mit dem Aktenzeichen 308 O 48/15 hat das Landgericht Hamburg der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge dem Social-Media-Marktführer Facebook verboten, “in Fotodateien hinterlegte Informationen automatisch zu entfernen”. “Damit”, so die Zeitung (deren Sicht sehr derjenigen des Fotografen entspricht, der geklagt hatte) sei “es künftig leichter, die Authentizität spektakulärer Bilder zu überprüfen”.

Der Pressefotograf und Metadaten-Programmierer Frank Nocke sieht das etwas anders. Er weist darauf hin, dass es nicht um eine Entfernung von Metadaten gehen kann, weil Bilder beim Upload in Soziale Netzwerke neu angelegt werden, wobei man üblicherweise nur den Bildinhalt kopiert.

Das macht man nicht nur deshalb so, weil Bilder beim Upload aus der Kamera häufig viel zu groß sind, sondern auch aus Sicherheitsgründen: Bilddateien können nämlich Schadcode enthalten. Das gilt auch für die Foto-Metadaten, die beispielsweise Textstrings zur SQL-Einschleusung nutzen können. Müsste Facebook alle Bilder unverändert übernehmen, dann würde das Unternehmen die Geräte von inzwischen 1,65 Milliarden Nutzer Malware-Angriffen aussetzen.

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#RentaSozi: Neue Vorwürfe gegen die SPD – Lobbyorganisation zahlte für Schwesig-Termin

 Die Lobbyorganisatio INSM soll für ein Gespräch mit SPD-Vizechefin Manuela Schwesig Geld bezahlt haben © Stefan Sauer/DPA
Die Lobbyorganisatio INSM soll für ein Gespräch mit SPD-Vizechefin Manuela Schwesig Geld bezahlt haben © Stefan Sauer/DPA
Neues zur SPD-Affäre: „Rent a Sozi“: Laut stern-Recherchen zahlte die Lobbyorganisation INSM für ein Gespräch mit Familienministerin und SPD-Vizechefin Manuela Schwesig. Und noch eine Ministerin ist betroffen.

Von Hans-Martin Tillack | stern.de

In der Affäre um die von Lobbyisten bezahlten Treffen mit Ministern der SPD werden nun weitere von der Wirtschaft bezahlte Gespräche bekannt. Wie der stern berichtet, nahm auch Familienministerin Manueala Schwesig an einem solchen Termin teil. Im April 2015 gab die von der Metallindustrie finanzierte Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) als sogenannter Kooperationspartner um die 7000 Euro für ein „Vorwärts“-Gespräch mit der SPD-Ministerin aus. Es fand – genauso wie in diesem Oktober ein von einer „Vorwärts“-Tochterfirma organisierter Lobbytermin mit Justizminister Heiko Maas – im Berliner Restaurant „Il Punto“ statt und drehte sich um das Thema Familienpolitik.

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Brandenburgs Innenminister Schröter ist „Abschiebeminister 2016“

Stopp © TraumTeufel666 @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Stopp © TraumTeufel666 @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Flüchtlingsorganisation „Jugendliche ohne Grenzen“ kürte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter(SPD) zum „Abschiebeminister 2016“. Mitnominiert waren die Innenminister Hermann (Bayern), Jäger (NRW) sowie Strobl (CDU). Schröter setzte sich durch wegen unangekündigten, nächtlichen Abschiebungen.
 

MiGAZIN

Die Flüchtlingsorganisation „Jugendliche ohne Grenzen“ hat den brandenburgischen Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) zum „Abschiebeminister 2016“ gewählt. Den Negativpreis erhalte der Politiker unter anderem für unangekündigte, nächtliche Abschiebungen und mangelnden Schutz in Flüchtlingsunterkünften, erklärte die Organisation am Montagabend bei einer Gala in Saarbrücken. Im vergangenen Jahr war der sächsischen Innenminister Markus Ulbig (CDU) mit der „Auszeichnung“ kritisch gewürdigt worden.

Schröter soll am Mittwoch die Auszeichnung, einen „Abschiebekoffer“, erhalten. Darin sind unter anderem ein „One-Way-Ticket“ nach Afghanistan sowie eine kugelschutzsichere Weste. Schröter setzte sich damit gegen die anderen Nominierten durch: den bayrischen Innenminister Joachim Hermann (CSU), NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD), den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl (CDU) und Vorjahressieger Ulbig.

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Vegetariern schmeckt das britische Pfund nicht

Großbritanniens neuer Fünf-Pfund-Schein / Bild: Reuters/ Stefan Wermuth
Großbritanniens neuer Fünf-Pfund-Schein / Bild: Reuters/ Stefan Wermuth
Englands neue Banknoten enthalten Tierfett. Vegetarier und Veganer sind empört.

Die Presse.com

An den neuen 5-Pfund-Noten aus England haftet ein Hauch von totem Tier. Denn in den Geldscheinen, die seit September im Umlauf sind, befindet sich Tierfett.
Das bestätigte nun die Bank of England. „In den Polymer-Pellets, die bei der Herstellung von Fünf-Pfund-Noten verwendet werden, gibt es Spuren von tierischem Talg“, heißt es.

Die neuen Noten sollen sauberer, sichererer und langlebiger sein, als die herkömmlichen Papierscheine, begründet die Zentralbank ihren Entscheid.

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Alternativmedizin: Starb der kranke Ryan, weil ihm die Mutter Öl gab?

Bild: svz.de
Bild: svz.de

Tamara L. lehnt die Schulmedizin ab und setzt auf „natürliche Heilmittel“. Für ihren Sohn könnte das fatal gewesen sein. Die Mutter steht jetzt vor Gericht. Der Verdacht ist schwerwiegend.

Von Michael Remke | DIE WELT

Ryan Lovett war schwerkrank. Der sieben Jahre alte Junge aus dem kanadischen Calgary litt unter hohem Fieber, klagte über kaum zu ertragende Halsschmerzen. Er schniefte, hustete und hatte sichtbar Mühe beim Atmen. Eine ganz gewöhnliche Grippe, glaubte seine Mutter Tamara L. und gab ihm zur Behandlung Hausmittel wie Löwenzahn-Tee und Oregano-Öl. Mit ihrem Sohn zum Arzt zu gehen kam der Frau, die die moderne Medizin ablehnt und auf „natürliche Heilmittel“ schwört, nicht in den Sinn.

Selbst als sich der Zustand des Kleinen von Tag zu Tag verschlechterte und Freunde sie aufforderten, doch endlich mit ihrem Kind in eine Klinik zu gehen, lehnte die Alleinerziehende jede Hilfe ab. Zehn Tage dauerte das Leiden des Jungen. Dann war Ryan tot. Eine Autopsie ergab später, dass der Junge an einer Streptokokken-A-Infektion gestorben war – eine einfache Behandlung mit Antibiotika hätte ihm vermutlich das Leben gerettet.

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Luthers Erben auf der schiefen Bahn?

Mammonism
Geld-Religion

Franz-Peter Tebartz-van Elst’ Neubau des Bischofssitzes verschlang Millionen und brachte die schon durch die Missbrauchsskandale gebeutelte katholische Kirche auf einem weiteren schmutzigen Acker ins Straucheln. Die evangelische Kirche rieb sich damals die Hände. Hätte sie besser lassen sollen und sie stattdessen zum Gebet falten: Es geht um Einhunderttausend Euro einer Verstorbenen, um ein Schließfach voller Gold und um die heikle Frage, was ausgerechnet ein Braunschweiger Domprediger und Propst i.R. damit zu schaffen hatte. Franz von Assisi jedenfalls dürfte nicht zu seinen Vorbildern zählen.

Von Alexander Wallasch | DIE KOLUMNISTEN

Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“ Der marktschreierische Ablasshandel eines Johann Tetzel, diese lukrative Sündenvergebung gegen Gold, war Teil der großen Empörung, die den 18 Jahre jüngeren Martin Luther veranlasste, seine „Propositiones wider das Ablaß“ an die Schlosskirche zu Wittenberg zu nageln.

Was nun allerdings über 500 Jahre später einen vorgeblich braven Lutheraner ausgerechnet mit dem verhassten Tetzel in Verbindung bringen könnte, ermittelte gerade der NDR. Man ging dort dem Verdacht nach, ein angesehener Braunschweiger Kirchenmann, der Domprediger und Propst i. R. Armin Kraft, hätte „jahrelang Zuwendungen von einer inzwischen verstorbenen Frau erhalten“. Um die hunderttausend Euro seien über die Jahrzehnte in die Kiste des heute 75-jährigen Kirchenmannes geflossen.

Zunächst recherchierte also der NDR, dann legte die Braunschweiger Zeitung nach und fragte, wo denn Gold im Wert von achthunderttausend Mark – heute geschätzte 1,8 bis zwei Millionen Euro – geblieben sei, das die alte Dame in ihrem Tresor gebunkert haben sollte.

Ein Testament, noch wenige Wochen vor dem Tod der Charlotte W. von Armin Kraft selbst aufgesetzt mit ihm als alleinigen Nutznießer wurde vom Amtsgericht nicht anerkannt. Der Geistliche, so stellte sich heraus, hatte allerdings 14 Jahre lang eine Bankvollmacht der alten Dame: Die Erbin legte der örtlichen Zeitung schockiert ein Konvolut an Notizen vor, das – neben weiteren Merkwürdigkeiten in der Beziehung zwischen Geistlichem und gläubiger Christin – auch besagte Vollmacht zu Tage förderte.

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Das unberechenbare Genom

Model eines DNA-Moleküls (imago/Westend61)
Model eines DNA-Moleküls (imago/Westend61)
Leicht, lebendig und verständlich – so bringen die beiden Biologen und Science-Slammer Helga Hofmann-Sieber und Timo Sieber Forschungsergebnisse der Molekulargenetik auf den Punkt. Sie zeichnen dabei ein grelles Bild unserer wilden, sprunghaften Gene.

Von Michael Lange | Deutschlandradio Kultur

Molekulargenetik muss nicht kompliziert oder langweilig sein. Selbst neueste Forschungsergebnisse lassen sich leicht, lebendig und verständlich auf den Punkt bringen. Und wer könnte das besser als zwei erfolgreiche Science-Slammer, die auch auf einer Comedy-Bühne für Stimmung sorgen können?

Helga Hofmann-Sieber und Timo Sieber haben gelernt, in zehn Minuten ein meist junges Publikum in ihren Bann zu ziehen. Obwohl oder gerade weil sie über Wissenschaft reden: schnell, originell, locker, flapsig und rotzfrech. Was auf der Bühne funktioniert, das gelingt dem Paar jetzt auch in Buchform. Dabei kopieren sie nicht eins zu eins die Scherze, die auf der Bühne funktionieren. Statt auf knallige Effekte oder zotige Witze setzen die beiden auf einleuchtende Vergleiche, einfache Metaphern und schräge Alltagsgeschichten.

Begeisterung, die ansteckend wirkt

Ribosomen, Promotoren und Transposons: Weder komplizierte Themen oder Fachausdrücke sparen die beiden Molekularbiologen aus. Sie erklären, wie springende Gene in unserem Erbgut herumhüpfen, wie Viren mit molekularen Tricks unser Erbgut überlisten und wie erste Lebensformen aus RNA auf sich allein gestellt auf der frühen Erde zurechtkamen. Alles auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Der Inhalt könnte auch in einem modernen Lehrbuch der Molekularbiologie stehen. Statt auf Didaktik oder Vereinfachung setzen sie auf Begeisterung, und die wirkt ansteckend.

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„Charlie Hebdo“ auf Deutsch: Politisch Korrekte, bitte Abstand halt

Bild: AFP. Shit or get off the pot. :D
Bild: AFP.
Am Donnerstag erscheint die erste deutsche Ausgabe der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“. Die Werbung zeigt Angela Merkel auf dem Klo. Wer auf politische Korrektheit setzt, sollte nicht weiterlesen.

Von Martina Meister | DIE WELT

Angela Merkel muss sich jetzt warm anziehen. „Es tut Politikern immer ganz gut, sich an neuen Dingen zu reiben und zu lernen, was politische Satire ist“, sagt Gérard Biard, Chefredakteur der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“. Demnächst wird die deutsche Kanzlerin unvollständig bekleidet auf dem Klo zu sehen sein, erwischt bei der Lektüre von „Charlie Hebdo“.

„Wirkt befreiend“ steht auf dem Plakat mit Angela Merkel auf der Toilette, das ab Donnerstag an deutschen Kiosken hängen wird. Es ist Werbung in eigener Sache.

Am 1. Dezember wird das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ zum ersten Mal seine deutschsprachige Ausgabe herausbringen. Mit 200.000 Exemplaren wollen sie an den Start gehen. Allerdings wird sich das Blatt anfangs von dem französischen Original nicht groß unterscheiden. Die meisten Artikel werden schlicht ins Deutsche übersetzt.

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Türkei: UN untersucht Foltervorwürfe

Festgenommene nach dem Putsch. Bild: Almasdarnews
Festgenommene nach dem Putsch. Bild: Almasdarnews
Nach den Massenverhaftungen seit dem Putschversuch im Juli mehren sich Berichte über Folter in türkischen Gefängnissen

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

m Jahr 2004 hatte die Türkei unter dem Druck der EU nicht nur die Todesstrafe abgeschafft, sondern auch versprochen, die bis dahin gängige Praxis der Folter zu beenden. Mehr als zehn Jahre lang scheint man sich daran weitestgehend gehalten zu haben. Im Zuge der Verhaftungen zehntausender Menschen nach dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli mehrten sich allerdings die Gerüchte wieder.

Nur wenige Tage nach der Putschnacht tauchten Bilder von Militärs in Polizeigewahrsam auf, die offensichtlich geschlagen worden waren. Der türkische Justizminister Bekir Bozdag hatte die Anschuldigungen mehrfach zurückgewiesen und gesagt, es handele sich dabei um eine Schmutzkampagne gegen die Türkei.

Inzwischen sind die Vorwürfe allerdings konkret geworden. Die Anwältin Selcan Bayun berichtete der BBC über die Erlebnisse eines ihrer Mandanten. Man habe ihn verprügelt und seinen Kopf gegen eine Wand geschlagen. Er habe gebrochene Rippen und Schädelverletzungen. Zudem sei es kaum möglich, offen mit ihrem Mandanten zu sprechen, da bei jeder Unterredung Polizeibeamte anwesend seien und sich einmischen würden. Die Gefangenen hätten zu große Angst, offen mit ihren Anwälten zu sprechen.

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Gotteswahn: „Weihnachtsmannfreie Zone“ eröffnet

Bild: FB
Bild: FB
In Passau ist am Dienstag die bundesweite „Weihnachtsmannfreie Zone“ eröffnet worden. Mit der Nikolausaktion solle ein Zeichen für den Schutz von Kinderrechten gesetzt werden, teilte das katholische Bonifatiuswerk als Veranstalter mit.

evangelisch.de

Stellvertretend für alle Kinder in Deutschland überreichten 160 Kinder aus Passauer Grundschulen und Kindergärten ihre Wünsche an Vertreter von Kirche und Politik. So war auf Transparenten zum Beispiel zu lesen: „Kinder haben das Recht auf Bildung. Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung. Sie haben auch das Recht zu spielen, sich zu erholen und künstlerisch tätig zu sein“.

Mit der „Weihnachtsmannfreien Zone“ soll der Heilige Nikolaus als Freund der Kinder und Helfer von Menschen in Not wieder ins Bewusstsein gebracht werden. Unterstützt werden mit der Aktion die ambulanten Kinderhospizdienste in Berlin und Halle an der Saale sowie der Kinderzirkus Birikino in Chemnitz.

Mehrere Menschen in Australien an Skorbut erkrankt

Zahnfleischbluten bei Skorbut. Bild: wikimedia.org/PD/ CDCP
Zahnfleischbluten bei Skorbut. Bild: wikimedia.org/PD/ CDCP
Skorbut kostete einst vielen Menschen das Leben. Heute kommt die Vitaminmangelkrankeit nur noch selten vor. Doch bei extrem schlechter Ernährung kann man noch immer daran erkranken – so geschehen in Australien.

stern.de

Es ist eine Krankheit, die man eigentlich nur noch aus Erzählungen kennt: Skorbut war im 18. Jahrhundert besonders unter Seefahrern verbreitet, die sehr lange Zeit auf dem offenen Meer verbrachten. Das wohl bekannteste Symptom der Erkrankung ist starkes Zahnfleischbluten und der Verlust der Zähne. Auch Wunden heilen bei an Skorbut erkrankten Personen nur sehr schlecht.

Die Krankheit entsteht durch einen starken Mangel an Vitamin C, welches der Körper nicht selbst produzieren kann. Wie die Nachrichtenagentur Australian Associated Press (AAP) nun berichtet, wurden am Westmead-Krankenhaus im australischen Sydney gleich mehrere Fälle gemeldet, bei denen an Diabetes erkrankte Patienten offenbar auch an Skorbut litten. Der Grund: eine sehr schlechte Ernährung. Eine einfache Vitamin-C-Behandlung führte bei den Personen, die an nicht verheilenden Wunden litten, zu einer schnellen Heilung.

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Weniger Glaube, mehr Geld – aber saisonale Bettelbriefe verschicken

Bild: tilly
Bild: tilly
Bistum Rottenburg-Stuttgart hat 2015 Kirchensteuergelder wie nie zuvor, berichtete der „Schwarzwälder Bote“ – Das Bistum hat im vergangenen Jahr 529,5 Millionen Euro eingenommen, über 45 Millionen Euro mehr als ursprünglich angenommen

kath.net

Der Glaube wird immer weniger, das Geld immer mehr. Dieses deutsche Phänomen hat nun auch das Bistum Rottenburg-Stuttgart erfasst. Das Bistum hat so viel Kirchensteuergelder wie nie zuvor zur Verfügung, wie der „Schwarzwälder Bote“ berichtet. Dem Medienbericht zufolge hat das Bistum im vergangenen Jahr 529,5 Millionen Euro eingenommen, über 45 Millionen Euro mehr als ursprünglich angenommen.

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Blick ins religiöse Gehirn

© University of Utah Ein gläubiger Mormone im Hirnscanner. Seine Hirnaktivität bei religiösen Gefühlen wurde aufgezeichnet.
© University of Utah Ein gläubiger Mormone im Hirnscanner. Seine Hirnaktivität bei religiösen Gefühlen wurde aufgezeichnet.
Glaubenserfahrungen im Hirnscanner: Intensive spirituelle Erfahrungen lösen im Gehirn ähnliche Reaktionen aus wie Liebe, Sex, Musik und Drogen. Denn beim religiösen Hochgefühl feuert das Belohnungszentrum des Gehirns besonders stark, wie Hirnscans bei gläubigen Mormonen belegen. Aber auch Zentren für Aufmerksamkeit und rationale Entscheidungen waren bei ihrer religiösen Praxis aktiver als sonst, wie Forscher im Fachmagazin „Social Neuroscience“ berichten.

scinexx

Religion und Spiritualität prägen ganze Gesellschaften und gelten als kulturelle Triebkraft, sie sind gleichzeitig aber auch oft der Auslöser von Konflikten und Kriegen. Gleichzeitig spielt Religion im Leben vieler Menschen eine wichtige Rolle – sie stützt in Krisen, hilft bei Entscheidungen und trägt zum emotionalen Wohlbefinden bei. So zeigen Studien, dass sich beim Meditieren und Beten die Hirnaktivität wandelt und diese Praktiken sogar langfristig positive Veränderungen bewirken können.

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There’s Enough Ice Water On Mars to Fill Lake Superior

Image: European Space Agency/Wikimedia
There’s a lot more ice on Mars than we previously thought—enough to fill Lake Superior—which is very good news for Elon Musk.

By Meredith Rutland Bauer | MOTHERBOARD

A huge swath of Mars’ Utopia Planitia region is covered with a sheet of ice, according to a study published Monday in Geophysical Research Letters by University of Texas at Austin. The ice measures at 260 feet by 560 feet, and is between 50 percent and 85 percent ice—the rest is dust or rocks.

NASA confirmed the existence of ice on Mars last year, and this study shows how the expanse of that ice shelf. The discovery is significant as a potential source of water for future Mars explorers, as well as for scientists’ search for life on the red planet.

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