Luthers Erben auf der schiefen Bahn?


Mammonism
Geld-Religion

Franz-Peter Tebartz-van Elst’ Neubau des Bischofssitzes verschlang Millionen und brachte die schon durch die Missbrauchsskandale gebeutelte katholische Kirche auf einem weiteren schmutzigen Acker ins Straucheln. Die evangelische Kirche rieb sich damals die Hände. Hätte sie besser lassen sollen und sie stattdessen zum Gebet falten: Es geht um Einhunderttausend Euro einer Verstorbenen, um ein Schließfach voller Gold und um die heikle Frage, was ausgerechnet ein Braunschweiger Domprediger und Propst i.R. damit zu schaffen hatte. Franz von Assisi jedenfalls dürfte nicht zu seinen Vorbildern zählen.

Von Alexander Wallasch | DIE KOLUMNISTEN

Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“ Der marktschreierische Ablasshandel eines Johann Tetzel, diese lukrative Sündenvergebung gegen Gold, war Teil der großen Empörung, die den 18 Jahre jüngeren Martin Luther veranlasste, seine „Propositiones wider das Ablaß“ an die Schlosskirche zu Wittenberg zu nageln.

Was nun allerdings über 500 Jahre später einen vorgeblich braven Lutheraner ausgerechnet mit dem verhassten Tetzel in Verbindung bringen könnte, ermittelte gerade der NDR. Man ging dort dem Verdacht nach, ein angesehener Braunschweiger Kirchenmann, der Domprediger und Propst i. R. Armin Kraft, hätte „jahrelang Zuwendungen von einer inzwischen verstorbenen Frau erhalten“. Um die hunderttausend Euro seien über die Jahrzehnte in die Kiste des heute 75-jährigen Kirchenmannes geflossen.

Zunächst recherchierte also der NDR, dann legte die Braunschweiger Zeitung nach und fragte, wo denn Gold im Wert von achthunderttausend Mark – heute geschätzte 1,8 bis zwei Millionen Euro – geblieben sei, das die alte Dame in ihrem Tresor gebunkert haben sollte.

Ein Testament, noch wenige Wochen vor dem Tod der Charlotte W. von Armin Kraft selbst aufgesetzt mit ihm als alleinigen Nutznießer wurde vom Amtsgericht nicht anerkannt. Der Geistliche, so stellte sich heraus, hatte allerdings 14 Jahre lang eine Bankvollmacht der alten Dame: Die Erbin legte der örtlichen Zeitung schockiert ein Konvolut an Notizen vor, das – neben weiteren Merkwürdigkeiten in der Beziehung zwischen Geistlichem und gläubiger Christin – auch besagte Vollmacht zu Tage förderte.

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