Das Kreuz als Affront: wie ein deutscher Mönch Jerusalem erlebt


Das Kreuz mit den Religionen
Das Kreuz mit den Religionen
Pater Nikodemus ist ein deutscher Mönch in Jerusalem. Er erlebt Anfeindungen von national-religiösen Juden – Ausdruck eines manchmal schwierigen Klimas für Christen im Heiligen Land.

Von Stefanie Järkel | Qantara.de

Es ist ein trockenes Geräusch, wie ein Ploppen. «Pöh.» Der Junge mit Kippa, Brille und weißem Hemd spuckt auf die Steinfließen in der Jerusalemer Altstadt hinter Pater Nikodemus Schnabel. Der Benediktinermönch in seinem langen, schwarzen Gewand dreht sich um. Der Junge auch, schaut, kickt gegen eine Getränkedose am Boden und geht weg.

«Das gibt es täglich», sagt der rundliche Mann mit den kurzen braunen Haaren. «Das ist wie ein Grundrauschen.» Manche spuckten ihn sogar an, manchmal würden auch Vater und Sohn zusammen vor oder hinter ihm Ausspucken. «Da ist so viel Gift drin. Das ist ja Erziehung zum Hass.»

Seit 13 Jahren lebt der Mann, der nach seiner Geburt in Stuttgart Claudius Schnabel hieß, in dem Kloster auf dem Zionsberg am Rande der Jerusalemer Altstadt. Seit Sommer leitet der 37-Jährige die Dormitio-Abtei. Doch schon länger hat er verstärkt mit «Christenhass» zu tun, wie er es nennt.

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