Israel: Wenn der Muezzin zu laut ruft


Fünfmal am Tag erinnern die Lautsprecher an die regelmäßigen Gebete. Viele Einwohner empfinden sie allerdings als Lärmbelästigung.Foto: dpa
Fünfmal am Tag erinnern die Lautsprecher an die regelmäßigen Gebete. Viele Einwohner empfinden sie allerdings als Lärmbelästigung.Foto: dpa
Fünf Mal am Tag werden die Muslime in Israel über Lautsprecher zum Gebet gerufen. Mit einem neuen Gesetz soll dem Muezzin-Ruf nun ein Ende gesetzt werden – aus Lärmschutzgründen.
 

Von Lissy Kaufmann | DER TAGESSPIEGEL

Tawfik Elayan ruft zum Gebet. In der Al-Rahman-Moschee steht der 50-Jährige in Sweatshirt, blauer Hose und grauen Socken vor einem Mikrofon, die Hände vor sich verschränkt, und beginnt: „Allahu Akbar“. Seine Stimme schallt per Lautsprecher vom Dach der Moschee über die Dächer und durch die Straßen von Beit Safafa, einem arabischen Stadtteil in Ostjerusalem. Fünf Mal am Tag macht er das, sieben Tage in der Woche. Tawfik Elayan ist Muezzin und Herr der Mischregler. In einem kleinen Schränkchen am Boden befindet sich die Anlage, an der er die Lautstärke hoch und runter drehen kann. Und das macht Takwfik Elayan zur Zielscheibe des jüngsten Streits in der israelischen Gesellschaft.

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