Saudisches Rehabilitationszentrum für Terroristen soll radikalisieren


Rehabilitationszentrumsnamensgeber Prinz Mohammed bin Naif mit der ehemaligen US-Außenministerin Hillary Clinton. Foto: US-Außenministerium
Rehabilitationszentrumsnamensgeber Prinz Mohammed bin Naif mit der ehemaligen US-Außenministerin Hillary Clinton. Foto: US-Außenministerium
In einem vorher geheim gehaltenen Anhörungsprotokoll behauptet der in Guantanamo inhaftierte al-Qaida-Mitglied Ghassan Abdullah al-Sharbi, dass das saudische Beratungs- und Versorgungszentrum „Prinz Mohammed bin Naif“, eine Rehabilitationseinrichtung für Terroristen, die dort Inhaftierten nicht resozialisieren, sondern in Wirklichkeit radikalisieren und für den salafistischen Krieg gegen Schiiten und Säkulare im Jemen und in Syrien rekrutieren soll.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Woher al-Sharbi diese Einschätzung hat, wird aus dem Dokument nicht klar. Anlass für Beschuldigung, die der saudische Staatsangehörige im Juni 2016 machte, war eine Anhörung vor dem Guantanamo-Bewährungsausschuss.

Die in der Nähe der saudischen Hauptstadt Riad angesiedelte Einrichtung umfasst ein etwa 10 Hektar großes Gelände mit einer Sauna, einem riesigen Swimmingpool und zahlreichen weiteren Sport- und Freizeitanlagen. Wenn sie sich wunschgemäß verhalten, wird Insassen als positiver Verstärker unter anderem gestattet, ihre Ehefrauen privat zu empfangen. Das Zentrum wurde in der Vergangenheit nicht nur von US-Präsident Barack Obama gelobt, sondern auch von Medien wie dem Wall Street Journal, das positiv über das dortige Angebot aus Sport und religiöser Unterweisung schrieb.

Diese religiöse Unterweisung durch saudische Theologen und Scharia-Rechtsgelehrte nimmt mehrere Stunden täglich ein. Alleine der Scharia-Unterricht umfasst 15 Wochenstunden.

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