Türkische Wirtschaft: Führt Erdogan das Land in die Krise?


Geschäftsviertel von Istanbul. Bild: VikiPicture/CC BY-SA-4.0
Geschäftsviertel von Istanbul. Bild: VikiPicture/CC BY-SA-4.0
Die türkische Lira schwächelt, der Unternehmerverband TÜSIAD fordert ein Ende des Ausnahmezustandes

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Die Anhänger des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan feiern ihren „Reis“ (Chef) gerne dafür, dass er das Land wirtschaftlich vorangebracht hat. Dafür, dass unter ihm vieles besser geworden ist und auch die kleinen Leute am Aufschwung teilhaben konnten. Doch der Erfolg gerät ins Wanken. Mit einer radikalen Politik und der Entdemokratisierung schreckt die AKP ausländische Investoren ab, der für die Binnenwirtschaft so wichtige Tourismus ist auf einem Dauertief und die Türkische Lira im Sinkflug während die Arbeitslosigkeit steigt.

Zuletzt hatte die Türkische Lira (YTL) täglich gegenüber Dollar und Euro an Wert verloren, was zu einer galoppierenden Inflation führt, unter der vor allem die Millionen Geringverdiener im Land leiden. Auch die Preise für Lebensmittel haben spürbar angezogen.

Aber Präsident Erdogan weigerte sich beharrlich, mit einer Zinserhöhung gegenzusteuern. Er verwies wochenlang auf das islamische Zinsverbot. Bis es der Notenbank zu viel wurde und sie eigenmächtig intervenierte. Sie hob den Leitzins in der letzten Novemberwoche leicht an – auf nun 8,5 Prozent. Seitdem hat sich der Absturz der Währung etwas verlangsamt. Um eine weitere Anhebung spätestens zum Jahresbeginn werden die Notenbanker aber kaum herumkommen, denn eine Besserung der Lage ist nicht in Sicht.

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