Raubkunst-Debatte: Provenienzforscher wehren sich


© dpa Orte der Raubkunst-Debatte: Die Münchner Pinakotheken, hier das Gebäude der Neuen Pinakothek.
© dpa Orte der Raubkunst-Debatte: Die Münchner Pinakotheken, hier das Gebäude der Neuen Pinakothek.
Die Lust am Skandal treibt die Berichterstattung zur Raubkunst-Debatte voran, wie das Beispiel München zeigt. Jetzt wehren sich die Forscher gegen eine Aufmerksamkeit, der alle Differenzierung verdächtig ist.

Von Patrick Bahners | Frankfurter Allgemeine

Anfang Oktober erstattete der bayerische Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) dem Landtag Bericht über die Bemühungen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen um Identifikation und Restitution nationalsozialistischer Raubkunst. Im Zentrum standen die „Überweisungen aus Staatsbesitz“, Gegenstände aus der Konkursmasse der Staatspartei, aus der NSDAP-Zentrale einerseits, aus Sammlungen hoher Funktionäre andererseits. Gemäß alliierter Verfügung gingen sie damals ins Eigentum des Freistaats über, der sie auf seine Museen verteilte. Was die Museen nicht haben wollten, wurde verkauft.

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