Türkei: Erdoğans Schwiegersohn und das Öl


Präsident Recep Tayyip Erdoğan (l.) mit Schwiegersohn Berat Albayrak. / Bild: (c) REUTERS (OSMAN ORSAL)
Präsident Recep Tayyip Erdoğan (l.) mit Schwiegersohn Berat Albayrak. / Bild: (c) REUTERS (OSMAN ORSAL)
WikiLeaks-Enthüllungen bringen die Regierungspartei AKP in Verbindung mit dubiosen Ölgeschäften. Demnach war der Energieminister in den Handel involviert – bisher bestritt er das.

Von Duygu Özkan | Die Presse.com

Mit der Firma Powertrans habe er, Berat Albayrak, keinerlei Verbindungen. Das ließ der türkische Energieminister und Schwiegersohn des Präsidenten, Recep Tayyip Erdoğan, im vergangenen Jahr die Öffentlichkeit wissen, und zwar per Anwaltserklärung. Viel zu viele Geschichten waren bis zu dem Zeitpunkt schon im Umlauf, die Albayrak als Hauptakteur dubioser Ölgeschäfte rund um Powertrans vermuteten – selbst mit den Terrorschergen des sogenannten Islamischen Staates (IS).

Die Geschichten blieben allerdings nur lauwarm, mehr als einzelne Indizien und Gerüchte kamen nicht auf. Aber die neuesten WikiLeaks-Enthüllungen dürften ungemütlich für den Energieminister werden. Über 50.000 E-Mails an Albayrak hat die per Selbstdefinition marxistisch-leninistisch orientierte türkische Hackergruppe RedHack gekapert und an die Enthüllungsplattform weitergeleitet. Dabei sind viele Mails harmlos, es geht um Witze, Wohnungssuche und Zeitungsartikel. Eines könnte ihm familiäre Zores bringen: Offenbar hat Albayrak eine Kampagne unterschrieben, die seinen Schwiegervater Erdoğan als Kriegsverbrecher vor Gericht bringen will.

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