Lebenskunst ist kein Zeitgeist-Phänomen


Links: Buchcover von Sarah Bakewells
Links: Buchcover von Sarah Bakewells „Das Café der Existenzialisten, rechts: Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre im Jahr 1960. (C.H.Beck / dpa / picture-alliance / AFP)
Mitreißend und packend wie in einem Roman erzählt „Das Café der Existenzialisten“ die Geschichte der Bewegung um Jean-Paul Sarte und Martin Heidegger. Am Anfang von allem stand ein Aprikosencocktail.

Deutschlandradio Kultur

Der Existenzialismus und seine Protagonisten Jean-Paul Sarte und Simone de Beauvoir sowie deren Vordenker Edmund Husserl, Martin Heidegger und Karl Jaspers scheinen seit längerem irgendwo in die hinteren, leicht angestaubten Kapitel der Philosophiegeschichte gerutscht zu sein.

Überholt von den französischen Strukturalisten, Postmodernisten und Dekonstruktivisten, die in den 70er- und 80er-Jahren mit Zeichen und Bedeutungen jonglierten und uns vergessen ließen, dass „der Gegenstand der Philosophie alles sein kann, was man erlebt“ – also das Leben selbst. Wie lebensnah und lebendig der Existenzialismus tatsächlich ist, zeigt nun die britische Schriftstellerin Sarah Bakewell in ihrem famosen Buch „Das Café der Existenzialisten“.

Bescheiden erklärt sie, „die erneute Lektüre der Existentialisten könnte uns frische Perspektiven eröffnen“, und führt dann auf vierhundert Seiten derart überzeugend die Strahlkraft dieser Lebensphilosophie vor, dass man gleich selbst zum Existentialisten werden möchte.

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