Die wichtigsten Reformatoren: Thomas Müntzer (um 1489 – 1525)


Älteste, allerdings nachträgliche und nicht verbürgte Darstellung Thomas Müntzers aus dem Jahr 1608; Kupferstich von Christoph van Sichem. Bild: wikimedia.org/PD
Älteste, allerdings nachträgliche und nicht verbürgte Darstellung Thomas Müntzers aus dem Jahr 1608; Kupferstich von Christoph van Sichem. Bild: wikimedia.org/PD

Er kämpfte für soziale Gerechtigkeit – zuletzt mit dem Schwert. Für die einen war Thomas Müntzer ein Aufrührer, Schwärmer, ja gewalttätiger Irrer, für die anderen ein Vorläufer des Sozialismus und Anwalt der Menschenrechte am Beginn der Neuzeit.

Von Stephan Cezanne | evangelisch.de

Im Mai 1525 reitet Thomas Müntzer in die entscheidende Schlacht. Der Theologe und Prediger führt rund 300 Mann nach Frankenhausen im heutigen Thüringen, um das bis zu 8.000 Mann starke Bauernheer zu verstärken. Als Zeichen ihres Bundes mit Gott und als Symbol ihres Aufstandes gegen die Obrigkeit führen die bewaffneten Bauern eine weiße Fahne mit einem Regenbogen mit.

Zeitzeugen zufolge soll sich am Morgen des 15. Mai vor der Schlacht tatsächlich ein Regenbogen am Himmel gezeigt haben. Doch das gute Omen ist trügerisch: Rund 5.000 aufständische Bauern werden an diesem Tag vom Fürstenheer erschlagen. Auf der Gegenseite sollen sechs Tote gezählt worden sein. Der rund 35 Jahre alte Bauernführer Müntzer wird gefangenengenommen, zwei Tage lang gefoltert und am 27. Mai 1525 enthauptet. Die Bauern wehrten sich gegen rechtliche, politische und soziale Repressionen durch ihre Landesherren, Frankenhausen hatte sich im April 1525 zum Zentrum des Protestes entwickelt.

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