Fossilen stellen „Biogenetische Grundregel“ in Frage


Der deutsche Philosoph und Zoologe Ernst Haeckel stellte 1866 Jahren die Biogenetische Grundregel auf. Erst heute, 150 Jahre später, konnte die Theorie widerlegt werden. (picture alliance / dpa)
Der deutsche Philosoph und Zoologe Ernst Haeckel stellte 1866 Jahren die Biogenetische Grundregel auf. Erst heute, 150 Jahre später, konnte die Theorie widerlegt werden. (picture alliance / dpa)
1866 formulierte der deutsche Zoologe und Naturphilosoph Ernst Haeckel die „Biogenetische Grundregel“, nach der viele Tiere als Embryo die Evolution in einer Art Schnelldurchlauf wiederholen würden. Doch die sogenannte Rekapitulationstheorie kann nicht stimmen, berichtet jetzt das Fachmagazin Current Biology.

Von Michael Stang | Deutschlandfunk

Aetheretmon gehört zu den wenigen Tieren, die zweimal in der Wissenschaft für Aufsehen sorgen, obwohl die Fischart bereits seit rund 350 Millionen Jahren tot ist. Das erste Mal war 1927, als die Art an der schottischen Küste entdeckt, wissenschaftlich beschrieben und einer heute ausgestorbenen Knochenfischfamilie zugerechnet wurde.

Das zweite Mal ist jetzt – Ende 2016 -, denn dieser Fisch wirbelt eine alte These in der Evolutionsbiologie durcheinander, so Lauren Sallan. Die Paläontologin von der Universität von Pennsylvania hatte in den Sammlungen des Naturhistorischen Museums London die alten Fossilien untersucht:

„Das waren alles Jungtiere, vom Embryo bis zum fast erwachsenen Tier. Sie zeigen jeden einzelnen Entwicklungsschritt. Und hier konnten wir eine fast 200 Jahre alte These überprüfen, ob also tatsächlich diese frühen Jungfische auch die Evolution wiederholen, ob sie also die bis dato noch sehr kurze Stammesgeschichte spiegeln oder doch etwas ganz anderes zeigen.“

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