Plagiatsvorwürfe sind Meinungsäußerung


Jeder für sich. Ein Plagiatsexperte sieht den Schutz wissenschaftlicher Autoren in Gefahr, weil andere von ihnen „abkupfern“...Foto: picture alliance / dpa
Jeder für sich. Ein Plagiatsexperte sieht den Schutz wissenschaftlicher Autoren in Gefahr, weil andere von ihnen „abkupfern“…Foto: picture alliance / dpa
Plagiatsvorwürfe bei wissenschaftlichen Arbeiten müssen Betroffene als Meinungsäußerung hinnehmen – so lautet ein neues Gerichtsurteil.
 

Von Hermann Horstkotte | DER TAGESSPIEGEL

Für Karl-Otto Edel, Mechanik-Professor an der FH Brandenburg, geht es um strafbare „üble Nachrede“. Für seinen angeblichen Verleumder, den Rechtsprofessor und Plagiatsexperten Volker Rieble, geht es um das Recht auf „wissenschaftlich-kritisches Publizieren“. Edel hat vor ein paar Jahren ein Buch über die „Macht der Sprache in der Wissenschaft“ veröffentlicht, das zahlreiche „Anlehnungen“ an einen anderen Autor enthält, aber trotzdem auch nach höchstrichterlichem Urteil keine Urheberrechtsverletzung darstellt.

Nach Rieble ist diese Entscheidung, die bis zum Bundesverfassungsgericht ging, symptomatisch für die angeblich herrschende „Schutzlosigkeit wissenschaftlicher (Erst-)Autoren“. In einem Fachaufsatz kritisiert er, Edel habe sich doch klammheimlich „bedient“ und „abgeschrieben“, „teils nur umformuliert“ und „exzerpierend abgekupfert“. Der solchermaßen Kritisierte wollte sich das nach seinem Freispruch in der Urheberrechtssache nicht gefallen lassen.

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