Bewährung – Freiheit für Straftäter?


Gefängnis (Public Domain)
Gefängnis (Public Domain)

Kaum ein Mittel des Strafrechts findet in breiten Teilen der Bevölkerung so wenig Verständnis wie die Aussetzung einer Freiheitsstrafe zur Bewährung. Dabei ist das eine gute Sache. Für den Verurteilten und für die Gesellschaft.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Rund 70% der in Deutschland von den Strafgerichten verhängten Freiheitsstrafen werden zur Bewährung ausgesetzt Die müssen also zunächst einmal nicht verbüßt werden. Dafür haben viele Menschen recht wenig Verständnis. Sie meinen, damit würden die verurteilten Straftäter zu gut wegkommen. Es sei besser, wenn die tatsächlich in die Justizvollzugsanstalt einrücken und dort ihr Strafe verbüßen müssten.No Mercy, keine Gnade mit Straftätern. Dabei hat sich die Strafaussetzung zur Bewährung grundsätzlich bewährt und hat mit Gnade überhaupt nichts zu tun.

Die Strafaussetzung ist im deutschen Strafrecht relativ jung. Nach zaghaften Anfängen im Jugendstrafrecht ab 1953 obligatorisch und im Erwachsenenstrafrecht als Möglichkeit, kam die Bewährungsstrafe langsam auf Touren. Die Gründe dafür lagen zum einen in der ganz praktischen Erwägung, für eine Entlastung der überfüllten Knäste zu sorgen, zum anderen aber auch in einem veränderten Verständnis von Strafe.

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