Brutal und aufklärend, misanthropisch und burlesk


Bild: Neue Visionen Filmverleih/heise.de/tp
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Traurige Tropen: Ulrich Seidls Großwildjägerdoku „Safari“ zeigt Europäer auf der Jagd

Von Rüdiger Suchsland | TELEPOLIS

Sie werden in unseren Breiten gern als „Steinzeitmenschen in der Gegenwart“ bezeichnet, was einer Verurteilung und Diffamierung gleichkommt oder als seltsame, irgendwie gestrige Geschöpfe beschrieben: die Jäger. Nicht extreme sexuelle oder religiöse Praktiken oder nackter Unsinn sind offenkundig das wahre Tabu unserer Gegenwart, sondern das Töten von Tieren.

Obwohl es dann doch auch wieder etwas Wehleidiges hat, wenn ein Jäger auf seiner Homepage jammert:

Wenige Dinge sind im Europa des 21sten Jahrhundert so aus der Zeit gefallen, wie die Jagd. In weiten Teilen der Öffentlichkeit ist es ratsamer sich zu abnormen Sexualpraktiken, Drogenkonsum oder als Fan des Dschungelcamps zu bekennen, als sich als Jäger zu outen.

Ein Jäger

Aber falsch ist es nicht. Von diesem „Abnormen“ zehrt der österreichische Filmemacher Ulrich Seidl. Indem er uns bei etwas zugucken lässt, was wir nicht sehen wollen, es aber doch sehen wollen, liefert Seidl der Spektakelgesellschaft ein großes Spektakel.

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