CSU: Der falsche Kampf gegen den „politischen Islam“


© dpa Die CSU will mit einem umfassenden Handlungskonzept auf den „politischen Islam“ und die damit verbundenen Herausforderungen reagieren.
© dpa Die CSU will mit einem umfassenden Handlungskonzept auf den „politischen Islam“ und die damit verbundenen Herausforderungen reagieren.
Die CSU hält den „politischen Islam“ für die größte aktuelle Herausforderung. Doch statt Vorurteile gegen Muslime in Deutschland zu schüren, sollten Politiker das Toleranzprinzip stärken.

Von Rudolf Steinberg | Frankfurter Allgemeine

Die CSU rühmt sich, mit ihrem beschlossenen Leitantrag „Politischer Islam“, sich als erste Partei in Deutschland mit diesem Phänomen auseinandergesetzt zu haben. Dabei will sie ihren Vorschlägen „eine differenzierte Analyse“ zugrunde legen. Das ist leider weitgehend misslungen.

Zu beklagen ist vor allem die undifferenzierte Verwendung des Begriffs des „politischen Islams“. Hierzu zählen die Verfasser zunächst einmal den muslimischen kriegerischen Terrorismus und Totalitarismus. Dass zu Letzterem auch die Ditib gerechnet und im gleichen Atemzug mit dem saudischen Wahhabismus genannt wird, lässt auf eine geringe Kenntnis schließen, auch wenn man die Reislamisierung der Türkei kritisch betrachtet. Der „politische Islam“ zeichne sich dadurch aus, dass er sich gegen den Westen und seine Werte wende. Das ist völlig richtig, wenn damit islamistische Richtungen des Islams wie der Salafismus gemeint sind.

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