„Die Frage des Kopftuchs nenne ich eine kollektive Hysterie“


Eine Frau, die ein Kopftuch tragen will, soll das tun, sagt Asma Lamrabet. Es dürfe ihr aber nicht von anderen vorgeschrieben werden. (AFP/imago&stock)
Eine Frau, die ein Kopftuch tragen will, soll das tun, sagt Asma Lamrabet. Es dürfe ihr aber nicht von anderen vorgeschrieben werden. (AFP/imago&stock)
Keine Frau ist laut Koran gezwungen, Kopftuch zu tragen – davon ist Asma Lamrabet, Leiterin des Zentrums für Frauenstudien im Islam in Marokko, überzeugt. Überhaupt sei der Prophet Mohammed wesentlich frauenfreundlicher gewesen als es heutige Interpretationen nahelegten, meint sie.

Asma Lamrabet im Gespräch mit Anne Françoise Weber | Deutschlandradio Kultur

Anne Françoise Weber: Asma Lamrabet ist eine marokkanische Ärztin, die die muslimische Theologie für sich entdeckt hat. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher, in denen sie einen muslimischen Feminismus und eine neue Lesart des Koran propagiert – leider wurde bislang keines der Bücher ins Deutsche übersetzt, aber auf Französisch und Englisch kann man sie lesen. Seit 2005 ist Asma Lamrabet Leiterin des Zentrums für Frauenstudien im Islam, das bei einem staatlichen Islamgelehrtenrat in Rabat angesiedelt ist.

Mit christlichen und jüdischen Theologinnen zusammen sucht sie nach Gemeinsamkeiten in der feministischen Auseinandersetzung mit den monotheistischen Religionen. Ich konnte Asma Lamrabet bei einem Deutschlandbesuch interviewen und habe sie zunächst gefragt, warum sie sagt, der Prophet Mohammed sei Feminist gewesen.

Asma Lamrabet: Ich denke, das Konzept des Feministen existierte damals noch nicht. Aber man kann sagen, dass er die Traditionen in Bezug auf Frauen ein Stück weit umgestoßen hat. Den Kriterien der feministischen, auf Frauenrechte bezogenen Theorie nach hat sich der Prophet Mohammed damals wirklich für die Rechte von Frauen eingesetzt.

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