Ditib: Spionierende Imame


Die deutsche, türkische und eine Ditib-Fahne am Eingang der Mannheimer Yavuz Sultan Selim Moschee im Stadtteil Jungbusch. Foto: imago
Die deutsche, türkische und eine Ditib-Fahne am Eingang der Mannheimer Yavuz Sultan Selim Moschee im Stadtteil Jungbusch. Foto: imago
Die Vorwürfe gegen den Ditib-Verband, Berichte über Erdogan-Gegner nach Ankara geschickt zu haben, sind ein Fall für den Verfassungsschutz. Ein Kommentar.

Von Markus Decker | Frankfurter Rundschau

Werden in Deutschland Kritiker des Regimes von Recep Tayyip Erdogan in Moscheegemeinden ausspioniert und denunziert? Die Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) bestreitet dies. Doch das Material, das die türkische Zeitung „Cumhuriyet“ veröffentlichte, spricht eine andere Sprache. Es werden nicht nur die Ausspionierten genannt, sondern auch die Spione.

Die letzten Monate haben gezeigt, dass Erdogans Regime vor nichts zurückschreckt, um seine Gegner mundtot zu machen. Die Imame der Ditib werden von Ankara ausgewählt, gesteuert und bezahlt. Dass sie sich der Aufforderung entziehen, Druck auf politisch Missliebige auszuüben, ist lebensfremd.

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