Dodo Bonelli warnt vor moralischen Narzissten – Homophobie getarnt


Raphael_M_BonelliBonelli: Sie halten sich für gut und werten andere ab – Die Moralisierung ist mitverantwortlich am Erstarken der AfD – Ein Beispiel für einen „moralischen Narziss“ ist Volker Beck

kath.net

Vor einem „moralischen Narzissmus“ in Politik und Medien hat der Wiener Neurologe und Psychotherapeut Raphael M. Bonelli gewarnt. Der Bestsellerautor definiert einen „moralischen Narziss“ als jemand, der seine Weltanschauung dermaßen idealisiert, „dass sie für ihn immer mehr zur einzig möglichen Meinung, ja zur Wahrheit schlechthin wird“. Dadurch werde eine solche Person „dialog- und kompromissunfähig“. Sie sehe sich als moralisch gut, über jeden Zweifel erhaben und verdränge jegliches persönliches Fehlverhalten, sagte Bonelli in einem Interview mit dem Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie (St. Augustin bei Bonn). Ein weiteres Kriterium für einen moralischen Narziss sei die Abwertung: „Er ist empört über andere Meinungen, kann es gar nicht fassen, dass jemand so und so denken kann – und vergisst dabei die Grundlage der Demokratie.“ Kürzlich habe der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) seiner Partei geraten, das ständige Moralisieren endlich zu lassen. Die Reaktionen von Grünen seien – im Sinn einer narzisstischen Kränkung – so heftig gewesen, dass der Politiker habe zurückrudern müssen. Bonelli: „Der deutsche Sprachraum ist voll von moralischem Narzissmus – auch in den Medien.“

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