Vom Erdboden getilgt


© dpa Nach der Razzia: Das verwüstete Büro der prokurdischen Partei HDP in Istanbul
© dpa Nach der Razzia: Das verwüstete Büro der prokurdischen Partei HDP in Istanbul
Dass die prokurdische HDP den Anschlag in Istanbul sogleich verurteilte, nutzte ihr wenig – über 200 Politiker der Partei werden verhaftet. Ihre Büros und Zentralen werden mit unmissverständlichen Drohungen beschmiert.

Von Yasemin Ergin | Frankfurter Allgemeine

Auf der Beerdigung von Velat Demiroglu ertönen kurdische Klagelieder. Die Leiche des 24 Jahre alten jungen Mannes war am Montagmorgen von der türkischen Metropole Istanbul nach Diyarbakir im Südosten des Landes überführt worden, der inoffiziellen Hauptstadt der Kurden in der Türkei und seit über einem Jahr einer der Schauplätze des wieder entbrannten kurdisch-türkischen Konfliktes. Die Familie sei aus Diyarbakir nach Istanbul gezogen, um dem Terror zu entfliehen, sagt Vater Mehmet Demiroglu auf der Beerdigung seines Sohnes, doch der Terror habe die Familie nun in Istanbul ereilt. Velat Demiroglu hatte als Minibusfahrer in Istanbul gearbeitet und stand am Steuer seines Sammeltaxis gerade an einer roten Ampel nahe dem Fußballstadion in Besiktas, als dort eine Autobombe explodierte und ihn mit in den Tod riss.

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