Hat der Prophet Kinderehen wirklich erlaubt?


Themenbild rnw.nl
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Die Kinderehen muslimischer Flüchtlinge haben das Zeug, eine ganze Religion in Verruf zu bringen – weil angeblich der Begründer des Islam eine Neunjährige ehelichte. Experten bestreiten das.
 

Von Till-Reimer Stoldt | DIE WELT

Der Mann könnte ihr Großvater sein. Grimmig schaut er unter seinem Turban hervor. Das dunkelbraune Gesicht wird von einem langen grauen Bart umrahmt. Keine zehn Zentimeter von ihm entfernt kniet ein Mädchen. Elf, vielleicht zwölf Jahre alt, der Blick ist ernst, das Kopfhaar von einem rosa Schleier bedeckt. Ihre Mundwinkel sind leicht nach unten geneigt, als würde sie gleich weinen. Dieses Kind ist aber nicht die Enkelin des alten langbärtigen Mannes – sondern seine Ehefrau.

Fotos wie dieses begegnen einem seit Monaten in Zeitschriften und im Fernsehen. Sie bebildern die Debatte um die Frage, wie man mit Kinderehen, in denen mindestens ein Partner minderjährig ist, umgehen soll. Über 1000 solcher Ehen hat der Bund unter den seit 2015 ins Land gekommenen Flüchtlingen ausgemacht, überwiegend ist dabei nur die Partnerin nicht volljährig. Noch vor Weihnachten will die Bundesregierung ein Verbot dieser im Ausland oft gültig geschlossenen Ehen verabschieden.

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