Monika Walter: „Der verschwundene Islam?“Verleugnetes Kulturerbe


Monika Walter hat sich für ihre Analyse auch mit
Monika Walter hat sich für ihre Analyse auch mit „Don Quixote“ von Miguel de Cervantes beschäftigt. Hier eine Erstausgabe von 1605. (imago/CTK Photo)
Während der knapp 800 Jahre dauernden arabischen Herrschaft in Spanien entstand ein muslimisches Zentrum kultureller und wissenschaftlicher Blüte. Doch dieses arabische Kulturerbe verschwand aus der Geschichtsschreibung. Monika Walter geht den Spuren nach.

Von Tabea Grzeszyk | Deutschlandradio Kultur

„Unbehagliche Geschichte“ oder „Geschichte unter dem Teppich“ heißt es bei spanischen und französischen Forschern, wenn sie über die arabische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel schreiben. Knapp 800 Jahre überdauerte „Al-Andalus“, das von 711 bis 1492 existierte und im elften Jahrhundert im Kalifat von Córdoba ein goldenes Zeitalter erlebte: Ein muslimisches Zentrum kultureller und wissenschaftlicher Blüte, auf europäischem Boden, nördlich des Mittelmeers.

Gehört der Islam also doch zu Europa? Natürlich! Doch wie kommt es, dass das arabische Kulturerbe Europas einem fast schon institutionalisierten Vergessen anheimfiel? Wieso gilt die Vorstellung eines „muslimischen Europas“ nahezu als Sakrileg?

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