Weihnachten in Angst: „Wir Christen konnten niemandem vertrauen“


Im Oktober wurde die Stadt Karakosch im Irak von der IS-Besatzung befreit. Den christlichen Gläubigen bot sich ein Bild der Verwüstung. Die muslimischen Terroristen hatten die Gotteshäuser schwer beschädigt. Karakosch war die größte christliche Stadt im Irak. / Bild: APA/AFP/THOMAS COEX
Im Oktober wurde die Stadt Karakosch im Irak von der IS-Besatzung befreit. Den christlichen Gläubigen bot sich ein Bild der Verwüstung. Die muslimischen Terroristen hatten die Gotteshäuser schwer beschädigt. Karakosch war die größte christliche Stadt im Irak. / Bild: APA/AFP/THOMAS COEX
Keine Religion zählt weltweit mehr Anhänger, aber auch Verfolgte als das Christentum. „Wenn sie dich beim Beten erwischen, werfen sie dich ins Gefängnis“, sagt ein Christ aus Eritrea.

Von Jürgen Streihammer | Die Presse.com

Manchmal, wenn er zuhause betet oder Kirchenlieder hört, wandert sein Blick zur Tür. Er schaut durch das Milchglas, ob draußen ein Schatten auftaucht,ein Spion. Es ist eine alte Gewohnheit aus seiner Zeit im Iran, damals, als er immer in der Angst lebte, dass die Religionspolizei anklopft oder bereits einen ihrer Agenten in seine Hauskirche eingeschleust hat. „Wir Christen konnten niemandem vertrauen. Niemandem“, sagt Sajjad. 2016 soll für den 29-jährigen Sportlehrer und Asylwerber das erste angstfreie Weihnachten seines Lebens stattfinden. In einer Wohnung in Österreich.

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