Schimpansen sind nicht hilfsbereit


Bild: (c) APA/AFP/JOHAN ORDONEZ
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Experimente zeigen: Unsere nächsten Verwandten zeigen keine Tendenz, einander zu helfen. Sie scheinen aber auch nicht boshaft zu sein.

Von Thomas Kramar | Die Presse.com

Schimpansen stehen einander in Konflikten bei, sie kraulen und lausen einander, teilen Nahrung: Viele Beobachtungen legen nahe, dass die Affen, die uns – neben den Bonobos – am nächsten stehen, altruistisch handeln. Aber tun sie’s wirklich aus Altruismus? Mit der Absicht, einem anderen zu helfen? Experimente, die dafür sprechen, sind umstritten: Kritiker vermuten, dass die Affen aus anderen Motiven, etwa aus Spielfreude, tun, was nach Nächstenliebe aussieht.

Forscher aus Birmingham, Manchester und Leipzig suchten solche Motive auszuschließen, indem sie zwei Gruppen von Affen verglichen: Die einen („Go“) konnten drei nicht mit ihnen verwandten Artgenossen – Männchen ungefähr desselben Alters, um persönliche Interessen zu minimieren – über einen Mechanismus die Tür zu einer Box mit geschälten Erdnüssen öffnen, die anderen („No Go“) konnten sie ihnen verschließen. In einem ersten Experiment hatten die Akteure keine Erfahrung mit dem Mechanismus, in einem zweiten lernten sie zuerst, wie er funktioniert, indem sie sich selbst Zugang zu den Nüssen verschaffen konnten. (Ob sie den Mechanismus im ersten Experiment verstanden, scheint übrigens fraglich.)

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