Christlich-jüdische Leitkultur: Falsch verbunden


Ein Weihnachtsbaum und ein Chanukkaleuchter - vor dem Brandenburger Tor in Berlin. (Deutschlandradio / Melanie Croyé)
Ein Weihnachtsbaum und ein Chanukkaleuchter – vor dem Brandenburger Tor in Berlin. (Deutschlandradio / Melanie Croyé)
In diesem Jahr beginnen das jüdische Chanukka-Fest und das christliche Weihnachten am gleichen Tag. Ein Anlass, um über den oft verwendeten Begriff der christlich-jüdischen Leitkultur nachzudenken, der zunächst in Abgrenzung gegenüber dem Islam erfunden wurde. Wieviel Kultur haben Christen und Juden wirklich gemeinsam?

Von Gerald Beyrodt | Deutschlandfunk

Als der deutsch-syrische Politologe Bassam Tibi den Begriff der Leitkultur prägte, war sein Ziel: Zuwanderer sollten die Möglichkeit bekommen, in Europa heimisch zu werden. Auch wer keine deutschen, französischen oder polnischen Eltern hat, sollte Teil des Gemeinwesens sein können. Tibi sagte im Deutschlandfunk:

„Eine Integration muss in etwas hinein, ja. Integrieren heißt nicht einen Pass bekommen und nur hier leben. Integrieren heißt self belonging. Ich habe alle Integrationsleistungen erbracht. Und ich habe nach 40 Jahren das Gefühl, man akzeptiert mich nicht als einen Deutschen.

Und deutsch, wir sollen uns einigen, deutsch ist nicht ethnisch, sondern deutsch ist Zugehörigkeit zu einem Gemeinwesen. So eine Frau, die Aisha heißt, ein Mann der Mohammed heißt, kann auch ein Deutscher sein, wenn er die Wertegemeinsamkeit vertritt.“

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