Türkei: Gülenist oder Dschihadist?


Eine Türkin trägt zum Blumenmeer vor dem russischen Konsulat in Istanbul bei. Foto: AF
Eine Türkin trägt zum Blumenmeer vor dem russischen Konsulat in Istanbul bei. Foto: AF
In Ankara geht die Suche nach Motiven für den Mord an dem russischem Botschafter weiter. Gegensätzliche Schuldzuweisungen stiften Verwirrung und Unklarheit über mögliche Hintermänner.
 

Von Frank Nordhausen | Frankfurter Rundschau

Wer steckt hinter dem Attentat auf den russischen Botschafter Andrej Karlow am Montagabend in Ankara? Gegensätzliche Schuldzuweisungen stiften zunehmende Verwirrung und Unklarheit über mögliche Hintermänner des Anschlags. Während die türkische Regierung kurz darauf die „üblichen Verdächtigen“ aus der sogenannten Gülen-Bewegung dafür verantwortlich machte, hat sich nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Sputnik am Mittwoch die syrische Dschihadistenmiliz Jabhat Fatah al-Sham, die frühere al-Kaida-nahe Al-Nusra-Front, zu dem Mord bekannt. Die Authentizität des Bekenntnisses wurde jedoch umgehend bezweifelt. Unterdessen verweisen Regierungskritiker in der Türkei auf zahlreiche Ungereimtheiten der offiziellen Darstellung. Karlow war vor laufenden Kameras erschossen worden, als er bei der Eröffnung einer türkisch-russischen Fotoausstellung eine Ansprache hielt.

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