Was wollen Dschihadisten wirklich?


Bild: RDF
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Der amerikanische Religionskritiker Sam Harris liest aus der 15. Ausgabe des IS-Magazins Dabiq vor. Harris analysiert, was die Dschihadisten wirklich antreibt.

Von Sam Harris | Richard-Dawkins-Foundation

Folgendes ist meiner Ansicht nach der Eindruck, den jeder aufrichtige Leser des Dabiq-Magazins bekommen muss. Die grundlegenden Anliegen dieser Leute sind theologischer Natur. Ihre grundlegende These, die sie mit fast jedem Absatz stützen und fördern möchten und die alles, was sie tun, motiviert, ist eine These über die ausschließliche Legitimität ihrer Religion. Jede andere Lebensart führt in die Hölle. Die glauben das wirklich.

Die meisten von Ihnen haben wahrscheinlich keine Ahnung, wie es ist, davon überzeugt zu sein, dass Sie nach dem Tod entweder das Paradies oder eine Ewigkeit im Höllenfeuer erwartet. Und weil Sie dergleichen niemals geglaubt haben, verschwenden Sie wahrscheinlich eine Menge Energie mit der Frage, ob irgendjemand das wirklich glaubt. Ich möchte Ihnen nahelegen, das zu unterlassen und einfach als Arbeitshypothese davon auszugehen, dass Dschihadisten wirklich glauben, was sie sagen, dass sie glauben. Wenn Sie das machen, dann werden Sie sehen, dass alles, was die Dschihadisten tun, darunter Selbstmordattentate, aus deren Sicht absolut Sinn ergibt.

Die Neigung, den Menschen nicht zuzuhören oder zu glauben, die große Opfer auf dem Weg zu einem Ziel erbringen, ist wirklich merkwürdig. Nehmen wir an, Sie besuchen eine Medizinische Fakultät und fragen die Studenten dort, warum sie tun, was sie tun. Wie bereitwillig würden sie deren Antworten hinterfragen? Was sie tun, ist ziemlich schwierig. Sie verbringen all diese Zeit mit dem Studium und sammeln eine Menge Schulden an, sie verbringen all diese Zeit drinnen und sezieren Leichen, obwohl sie zum Strand gehen könnten. Was um alles in der Welt haben die nur vor?

„Die Neigung, den Menschen nicht zuzuhören oder zu glauben, die große Opfer auf dem Weg zu einem Ziel erbringen, ist wirklich merkwürdig.“

Nun, wenn Sie die Studenten das fragen, dann werden die Ihre Frage beantworten. Und Sie werden keine Sekunde vermuten, dass die Studenten ein anderes Motiv für ihre Taten hätten, das nichts mit dem zu tun hat, was sie sagen. Es mag eine gewisse Vielfalt an Gründen geben, aber 90 Prozent der Medizinstudenten werden Ihnen mehr oder weniger dieselbe Geschichte erzählen. Sie werden Ihnen sagen, dass sie Menschen helfen wollen, dass sie eine bedeutungsvolle Karriere haben möchten, mit der sie etwas Gutes auf der Welt tun können, dass sie eine Karriere mit hohem Ansehen haben möchten, dass sie gut bezahlt werden möchten, dass sie vielleicht ein wissenschaftliches Interesse an Biologie und medizinischer Forschung haben.

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1 Comment

  1. I do not care what Jihadists think but do not care no matter how they want to put it into the world with terror NO religion is above the other because the God is in the Koran and the Bible is one and the same with different names the in both he is of Mary the Mother born. Only both religions have developed differently over the centuries and the political Islam has developed backwards. This fact should all be taken into account.

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