Flüchtlinge: Taufe als Asylgrund?


Sie fliehen vor Teherans Geheimpolizei und konvertieren zum Christentum. In Deutschland lassen sich tausende Flüchtlinge aus dem Iran taufen. Doch was die Kirchen freut, löst bei den Ausländerbehörden Skepsis aus.

Von Astrid Prange | Deutsche Welle

Die Krypta ist voller Stimmengewirr. Ehrenamtliche Gemeindehelfer schenken heißen Tee aus. Auf dem steinernen Fußboden stehen Kisten mit Arbeitsbüchern über christliche Glaubenslehre in Arabisch und Farsi. Die Lehrbücher sollen die rund 30 Flüchtlinge auf ihre Taufe vorbereiten.

Plötzlich kehrt eine angespannte Stille ein. Der evangelische Gemeindepfarrer, der weder seinen Namen noch den Ort seiner Kirchengemeinde veröffentlicht wissen möchte, weil er wegen seines Beistandes für Flüchtlinge bedroht wird, hat schlechte Nachrichten.

„Wir haben die ersten Abschiebungen in den Iran, hier aus unserer Gruppe“, sagt er, und im Raum herrscht nun absolutes Schweigen. Dann folgt sein Ratschlag: „Erzählt dem Richter von eurem Glauben und verteilt christliche Schriften auf dem Weihnachtsmarkt. Sonst sagt der Richter, privat beten könnt Ihr auch im Iran.“

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