Das Kalifat in Berlin-Moabit


Beamte des SEK bei einem Einsatz vor der Moschee in der Perleberger Straße im Januar 2015.Foto: Lukas Schulze/dpa
Beamte des SEK bei einem Einsatz vor der Moschee in der Perleberger Straße im Januar 2015.Foto: Lukas Schulze/dpa
Der mutmaßliche Attentäter vom Breitscheidplatz, Anis Amri, traf sich in Berlin mit Salafisten – in einer polizeibekannten Moschee. Gegen ihre Besucher laufen Verfahren. Der Senat prüft ein Verbot.

Von Hannes Heine, Frank Bachner, Ulrich Zawatka-Gerlach | DER TAGESSPIEGEL

Aufgeregt wirkt Khizir Tarar an diesem Morgen, ängstlich. Er spricht nur gebrochen Deutsch, nun verhaspelt er sich auch noch. Es ist Freitag, gerade wurde bekannt, dass der mutmaßliche Massenmörder Anis Amri in Mailand erschossen worden ist. Nun wollen Reporter aus ganz Deutschland, ach was, aus halb Europa mit ihm reden. Mit Khizir Tarar, dem unauffälligen Taxifahrer mit der Schiebermütze. Denn Amri verkehrte oft in seinem Haus – mindestens bis zu diesem Sommer.

Perleberger Straße, Berlin-Moabit, ein solider Altbau. Im Erdgeschoss residiert der wohl berüchtigtste Moscheeverein der Stadt: „Fussilet 33“, benannt nach einem Koranvers. In diesem Gebetshaus treffen sich ultrareaktionäre Islamisten. In den Etagen drüber wohnen Mieter, ganz oben der einst aus Pakistan kommende Khizir Tarar.

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