Kriege in der arabischen Welt: Der Durst nach Rache


© dpa Kampf bis zum Letzten: Ein syrischer Regierungssoldat an einer Straße bei Aleppo.
© dpa Kampf bis zum Letzten: Ein syrischer Regierungssoldat an einer Straße bei Aleppo.
Wer glaubt, im Nahen Osten könne es nicht noch schlimmer werden als mit dem Krieg in Syrien, muss Marc Lynch lesen. Der Autor bezweifelt, dass der globale „Dschihad“ noch zu besiegen ist.

Von Rainer Hermann | Frankfurter Allgemeine

Von den vielen kurzatmigen Büchern über die epochalen Umwälzungen in der arabischen Welt hebt sich die jüngste Monographie des amerikanischen Nahost-Fachmanns Marc Lynch wohltuend ab. Zwar hatte Lynch Anfang 2011 das Wort vom „Arabischen Frühling“ erfunden – und damit die meisten Zeitgenossen auf eine falsche Fährte gesetzt. Denn das Wort suggeriert einen raschen und reibungslosen Übergang in eine gute Welt. Eingetreten ist das Gegenteil. Nun heißt der Untertitel der neuesten Studie von Lynch treffend: „Wie aus Aufständen Anarchie wurde.“

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