Epigenetik: Bürde der Vergangenheit


Bild: 4ever.eu
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Das Genom ist eine wandelbare Größe und kann über ein Menschenleben hinaus wirken. Noch sind jedoch viele Fragen offen

Von Kurt De Swaaf | derStandard.at

Der Tod pirschte sich diesmal nur langsam an seine Opfer heran. Keine Blutlachen, zertrümmerten Schädel oder abgerissenen Gliedmaßen, wie in Kriegszeiten allgemein üblich – stattdessen zehrte er die Menschen aus, ließ ihre Augen einfallen, fraß ihre Muskeln.

Angefangen hatte alles im Herbst 1944. Der alliierte Vormarsch in den Niederlanden war zum Stillstand gekommen, der größte Teil des Landes blieb nach wie vor von den Deutschen besetzt. Um Truppenbewegungen der Wehrmacht zu stören, rief die niederländische Exilregierung in London zum Eisenbahnstreik auf.

Das gelang, doch die Besatzer blockierten nun sämtliche Transportwege. Praktisch der gesamte Warenverkehr in die dichtbesiedelten Westprovinzen kam zum Erliegen. Es begann die letzte flächendeckende Hungerkatastrophe in Mitteleuropa.

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