Türkischer Geheimdienst – Paris: Ein Agent stirbt im Gefängnis


Abzeichen des MIT. Bild: wikimedia.org/PD
Abzeichen des MIT. Bild: wikimedia.org/PD

Der mutmaßliche Mörder der kurdischen Aktivistinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez und Agent des türkischen Geheimdienstes (MIT), Ömer Güney, wurde am 16.12.2016 tot in seiner Zelle aufgefunden. Sein plötzlicher Tod wirft Fragen auf. In Hamburg wird zeitgleich ein MIT-Agent verhaftet, der angeblich im Auftrag des türkischen Geheimdienstes zwei führende kurdische Politiker ermorden sollte.

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Am 9. Januar 2013 wurden die drei kurdischen Politikerinnen im Pariser Kurdistan-Informationsbüro erschossen. Kurz darauf wurde Ömer Güney, der Augenzeugenberichten sich zuletzt in dem Büro mit den Frauen aufgehalten hatte, als dringend tatverdächtigt verhaftet.

Sakine Cansiz war Mitbegründerin der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und enge Vertraute des PKK-Chefs Abdullah Öcalan. Sie zählte zu den prominentesten Kämpferinnen für die Rechte der Kurden in der Türkei. Für die kurdischen Frauen ist sie nach wie vor eine Symbolfigur des kurdischen Frauenfreiheitskampfes. 1979 wurde sie verhaftet und war bis 1991 im Gefängnis von Diyarbakir schwerer Folter ausgesetzt.

Anfang der 1990er Jahre kam sie nach Deutschland und erhielt 1998 politisches Asyl in Frankreich. Im März 2007 wurde sie in Hamburg auf Gesuch der Türkei festgenommen. Ein Gericht lehnte aber das türkische Auslieferungsersuchen ab, Sakine Cansiz kam nach einem Monat wieder frei.

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