Was wollen Dschihadisten wirklich?


Bild: RDF
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In ihrem Magazin Dabiq erklären die Dschihadisten des Islamischen Staates, warum sie uns hassen und warum sie uns bekämpfen. Um die Motive unserer Feinde zu verstehen, sollten wir ihnen zuhören und nicht grundlos an ihren Erklärungen zweifeln.

Von Sam Harris | Richard-Dawkins-Foundation

Die Dschihadisten haben es so leicht für Sie gemacht, ihr Denken nachzuvollziehen. Sie müssen sich mit allen Mittel darum bemühen, es nicht zu verstehen. Sie müssen sich vorstellen, dass die Dschihadisten lügen, immer nur lügen, unendlich lügen. Und das aus einem unverständlichen Grund. Obwohl es ihr Verhalten erklären würde, wenn sie wirklich die Überzeugungen teilen, die sie zu teilen behaupten. Obwohl es ihr Verhalten vollkommen mysteriös erscheinen ließe, wenn man sich andere Motive dafür ausdenkt.

Also bemühen Sie sich bitte kurz, die Welt aus deren Augen zu betrachten. In der 15. Ausgabe von Dabiq, das Magazin des Islamischen Staates, gibt es einen Artikel namens „Warum wir Euch hassen und warum wir Euch bekämpfen“. Die Dschihadisten schreiben darin Folgendes:

„Man würde meinen, dass der durchschnittliche Bürger eines westlichen Landes die ewige Behauptung nun aufgegeben hätte, dass die Handlungen der Heiligen Krieger – die wiederholt ihre Ziele, Intentionen und Motive ausdrücklich benannt haben – keinen Sinn ergeben würden. […] Die Politiker werden es sagen, wie sehr es auch den Fakten und dem gesunden Menschenverstand widerspricht, um so viele Stimmen wie möglich für den nächsten Wahlzyklus zu gewinnen.

Die Analysten und Journalisten werden es sagen, um zu vermeiden, für etwas angegriffen zu werden, was die Massen als ‚politisch inkorrekt‘ ansehen. Die vom Glauben abgefallenen ‚Imame‘ des Westens werden am selben alten Klischee festhalten, um die Gegenreaktion der ungläubigen Gesellschaften zu vermeiden, die sie als ihre Heimat gewählt haben. Das heißt, dass die Leute es weiterhin behaupten werden, obwohl sie wissen, dass es idiotisch ist, weil sie sich vor den Konsequenzen fürchten, vom Drehbuch abzuweichen.

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