Weltanschauung vieler Muslime nicht kompatibel


Bild: Reuters
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Ich werde hier nicht wiederholen, was Sie bereits überall gehört haben. Ich werde also nicht schreiben, dass zum Beispiel die Anschläge von Paris ohne Beispiel sind. Das sind sie nicht. Ich werde auch nicht sagen, dass daraufhin alle Welt an der Seite Frankreichs stand. Das ist nur eine leere Phrase. Daran glaubte ich ebenso wenig wie an die Ankündigung des französischen Präsidenten François Hollande, erbarmungslos Rache zu nehmen. Stattdessen werde ich Ihnen zeigen, wie unser Umgang mit dem Terrorismus zum Zerfall unserer Zivilisation führt.

Von Niall Ferguson | The European

Der englische Historiker Edward Gibbon beschrieb Ende des 18. Jahrhunderts die Plünderung Roms folgendermaßen: „Die Straßen waren übersät mit blutenden Körpern. Wann immer die Barbaren auf Widerstand trafen, massakrierten sie auch noch die Schwachen, Unschuldigen und Hilflosen.“ Beschreibt das nicht auch die Szenen, die wir im vorigen Jahr in Paris beobachten mussten?

Ende der Zivilisation?

Mein Kollege Bryan Ward-Perkins sieht den Untergang des Römischen Reichs als den Zerfall einer komplexen Zivilisation. Er spricht gar vom “Ende der Zivilisation”. Andere Historiker betonen die Rolle der Völkerwanderung und der organisierten Gewalt für den Untergang Roms.

Ähnliche Kräfte sind heute dabei, die Europäische Union zu zerstören. So, wie das Römische Reich im frühen fünften Jahrhundert nach Christi Geburt seinen äußeren Feinden das Feld überließ, so lässt auch Europa heute seine Verteidigungsbereitschaft zerbröseln. Im gleichen Maße wie der Reichtum Europas gewachsen ist, hat seine militärische Leistungsfähigkeit nachgelassen und ist sein Selbstbewusstsein gesunken. Diese Dekadenz zeigt sich in den Shopping Malls und in den Sportstadien. Zur gleichen Zeit hat Europa seine Türen geöffnet für Außenseiter, die am Reichtum des Kontinents teilhaben wollen, ohne aber der Gewalt des Glaubens ihrer Vorfahren abzuschwören.

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