Der „Ernstfall Frieden“ und die Einflüsterungen der Revisionisten


London während des Zweiten Weltkrieges. Bild: US-National-Archives (195566) / gemeinfrei
London während des Zweiten Weltkrieges. Bild: US-National-Archives (195566) / gemeinfrei
Der kritische Militärhistoriker Wolfram Wette wirft die Frage auf, ob in der Berliner Republik die zentrale Lehre „Nie wieder Krieg!“ ihre Verbindlichkeit verliert

Von Peter Bürger | TELEPOLIS

Das soeben erschienene Werk „Ernstfall Frieden“ von Wolfram Wette betrachte ich als herausragendes pazifistisches Buch-Ereignis zur Jahreswende 2016/2017. Die Zeit drängt. Aktion tut Not. Lesen hilft, Energien freizusetzen und Sackgassen zu meiden. Meine im Folgenden ausgeführte Buchempfehlung enthält viele Elemente einer Rezension. Gleichwohl möchte ich sie nicht als Rezension bezeichnen.

Jahrzehntelange Mühen um eine „Geschichtsschreibung im Dienst des Friedens“ (Dieter Riesenberger) und zahlreiche pazifistische Einsprüche aus den letzten Jahren sind eingeflossen in diese Neuerscheinung des namhaften kritischen Militärhistorikers und Friedensforschers. Der Autor führt seine Leser durch Abgründe der deutschen Geschichte – jedoch ohne Fatalismus.

Das Buch ist keine Kriegs-Geschichtsschreibung, sondern ein Friedensdiskurs entlang der geschichtlichen Kriegs- und Friedensdiskurse. Mit dem Inhaltsverzeichnis und dem Untertitel „Lehren aus der deutschen Geschichte seit 1914“ wird der Zeitraum eines Jahrhunderts abgesteckt.

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