Zappa-Schnecken, Jagger-Wassernymphen und Lemmy-Borstenwürmer


 Seit einem Jahr lebt auch sein Namenspate nicht mehr: Kalloprion kilmisteri Quelle: Pressestelle Stadt Chemnitz
Seit einem Jahr lebt auch sein Namenspate nicht mehr: Kalloprion kilmisteri Quelle: Pressestelle Stadt Chemnitz
Wer zählt die Arten, nennt die Namen? In Chemnitz lassen sich jetzt die schönsten Fossilien bewundern, die nach Musikern benannt sind. Zappa-Schnecken, Jagger-Wassernymphen und Lemmy-Borstenwürmer.

Von Michael Pilz | DIE WELT

Der Mensch erkennt die Welt, indem er sie benennt. Amaurotoma zappa heißt die ausgestorbene Meerschnecke, die 1972 in der Wüste von Nevada aus dem Sediment auftauchte. Der Paläobiologe Leo P. Plas Jr. gab ihr ihren Namen. Im Naturkundemuseum Chemnitz ruht die Schnecke hinter Glas als Sündenfall der taxonomischen Nomenklatur, darüber hängt ein Album von Frank Zappa. Seit man ein versteinertes Geschöpf nach ihm benannt hat, werden neu entdeckte Urtiere gern mit den Namen großer Musiker versehen. Wie der Borstenwurm Kalloprion kilmisteri, ein Meeresungeheuer wie aus einem Horrorfilm: Es lebte im Silur vor mehr als 400 Millionen Jahren und wurde 2006 vom Schweden Mats E. Erikson nach Lemmy Kilmister von Motörhead benannt.

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