Boualem Sansal, ein unbeugsamer Autor


APA/AFP/FRANCOIS GUILLOT
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Für seinen 2015 erschienenen Roman „2084 – Das Ende der Welt“ hat der frankofone algerische Schriftsteller Boualem Sansal den renommierten Preis der Académie française bekommen. Es ist ein düsterer Science-Fiction-Roman über das Leben in einer absolutistischen religiösen Diktatur.

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Immer wieder setzt sich Sansal in seinen Werken mit Macht und Religion auseinander, und auch in seinen Interviews nimmt er sich kein Blatt vor dem Mund – wenn er etwa vor den Gefahren eines radikalen Islam warnt.

„Einst moderne, offene Länder“

Für Boualem Sansal sind die islamistischen Attentate in Europa ein Déjà-vu-Erlebnis: „Die Maghreb-Länder Marokko und Algerien waren moderne, offene Länder; Algerien gar ein sozialistisches Land. Zuerst gab es dort eine innere Migration: Da sind die Menschen vom Land in die Stadt gezogen, weil am Land das Leben immer schwieriger wurde. Und im Kontext der Entwurzelung bekommt die Religion eine sehr wichtige Rolle. Sie wird zum Refugium, zum Zufluchtsort.“

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