„Heiliger Teufel“: Wie Rasputin zum Mythos wurde


Rasputin im Jahr 1869 / Bild: (c) imago/United Archives Internatio (imago stock&people)
Rasputin im Jahr 1869 / Bild: (c) imago/United Archives Internatio (imago stock&people)
Vor 100 Jahren wurde der russische Wanderprediger und Zarenberater Rasputin ermordet. Ihm wurden Wunderheilungen ebenso zugeschrieben wie wilde Orgien.

Von Maria Kronbichler | Die Presse.com

Er habe in die Zukunft gesehen, exzessiv gesoffen, die Geschicke Russlands gelenkt, wilde Orgien gefeiert, unheilbar Kranke geheilt, die Zarin verführt, Gift und Kopfschüsse überlebt: Unzählige Mythen ranken sich um Grigorij Rasputin – auch noch 100 Jahre nach seinem Tod. Am 30. Dezember 1916 wurde der Wanderprediger und Zarenberater von einer Verschwörergruppe ermordet. Wie war es dem Bauernsohn aus Sibirien gelungen, zur umstrittensten Figur des Zarenreiches aufzusteigen?

1869 im Dorf Pokrowskoje geboren, gilt Rasputin schon als Kind einerseits als „Tunichtgut“, andererseits als Besitzer übersinnlicher Fähigkeiten. Im Alter von 28 macht er sich zu einer Pilgerwanderung auf. Im russischen Adel ist Mystik zu dieser Zeit in Mode. Als Rasputin nach St. Petersburg kommt, wird er als angeblicher Hellseher und Wunderheiler durch die Salons gereicht. „Er war wie ein exotisches Tier“, beschreibt Rasputin-Biograph Douglas Smith („Rasputin: Faith, Power, and the Twilight of the Romanovs“) die Faszination für den zottelbärtigen Bauernsohn.

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