„House of One“: Die Illusion vom Dialog der Religionen


 Das House of One soll am Petriplatz in Berlin-Mitte entstehen. Foto: imago/Kraehn
Das House of One soll am Petriplatz in Berlin-Mitte entstehen. Foto: imago/Kraehn
In Berlin ein Haus zu bauen, in dem drei große Weltreligionen beten, ihrem gemeinsamen Gott dienen, den Geist von Frieden und Versöhnung verbreiten – das klingt nach einer guten Idee. Nach den schweren Erschütterungen, die das Verhältnis zwischen Muslimen, Christen und Juden belasten, wäre das ein Ort, an dem Vertrauen gebildet werden könnte.

Von Maritta Tkalec | Berliner Zeitung

Wunderschön klingt das: interreligiöser Dialog, Miteinander der Religionen, friedvoll, in großer Offenheit und in Würdigung der Verschiedenheit. Herzen und Gelder fliegen der Idee zu, ein House of One am Petriplatz zu errichten – Kirche, Synagoge und Moschee unter einem Dach. Was soll man auch anderes tun als „allen Gräueltaten, die unter Berufung auf die Religionen begangen werden, ein Modell eines anderes Miteinanders entgegensetzen“? So formulieren Stiftung  und  Freundeskreis des House of One das Anliegen.

Allein, die Aussichten sind gering. Religions- und Kulturkonflikte zerreißen die Welt mit einer Wucht wie schon lange nicht mehr. Schiiten und Sunniten zerstören in Bürgerkriegen Syrien, Jemen oder  Irak. In der Türkei versucht Erdogan, seine Position felsenfest  zu machen, opfert  Glaubensbrüder – auch die von der Gülen-Bewegung.

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