Als die letzte muslimische Bastion in Europa fiel


Bild: picture alliance/akg-images
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Am 2. Januar 1492 endete mit dem Fall Granadas die christliche „Reconquista“ Spaniens. Doch der Vertrag, der den Muslimen zahlreiche Rechte einräumte, war bald den Schreibstoff nicht mehr wert.

Von Florian Stark | DIE WELT

„Pass des Seufzers des Mauren“ heißt die Anhöhe, von der man von der andalusischen Sierra Nevada aus zum ersten oder auch zum letzten Mal Stadt und Burg von Granada erblickt. Der Maure war im Jahr 1492 Muhammad XII., der letzte Emir von Granada. Er soll bitterlich geweint haben, als er auf dem Weg in sein luxuriöses Exil zum letzten Mal auf sein verlorenes Reich zurückblickte. Wie es heißt, schalt ihn seine Mutter heftig wegen der vergossenen Tränen: „Du weinst wie ein Weib, weil du dein Reich nicht wie ein Mann verteidigen konntest.“

„Des Mauren letzter Seufzer“ war denn auch der deutsche Titel des Romans, den Salman Rushdie 1995 nach den „Satanischen Versen“ veröffentlichte, in denen er seine Passion zum Thema gemacht hat: die eines Verbannten, der sich nach der verlorenen Heimat verzehrt. In dem Buch geht es um eine Dynastie von Gewürzhändlern aus Indien, die in die Welt hinausgetrieben wird. Aber als Stichwortgeber ist der Nasride Muhammad gut gewählt. Mit ihm ging die beinahe 800 Jahre währende Herrschaft des Islam über Al-Andalus endgültig zu Ende.

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