Von den Reformatoren lernen – Judenhass, Homophobie, Untertanengeist


Manfred Rekowski, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Manfred Rekowski, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Mit „weiter so“ ist es nicht getan: Kirche und Gesellschaft müssen die Ängste der Menschen ernst nehmen und Verantwortung für die Welt übernehmen, sagt der rheinischen Präses Manfred Rekowski im Interview. Das könnten sie von Martin Luther lernen.

Von Ingo Lehnick | evangelisch.de

Präses Rekowski, kann die heutige Gesellschaft etwas von den Reformatoren lernen?

Manfred Rekowski: Die geschichtliche Situation damals und heute lässt sich nicht direkt miteinander vergleichen. Was sich jedoch sagen lässt: Martin Luther hat in einer Zeit, die stark von Ängsten geprägt war, auf Glaubensvergewisserung gesetzt. Der reformatorische Glaube ist auch heute anschlussfähig, weil er die Ängste der Menschen sehr ernst nimmt. Im Zentrum dieses Glaubens stehen das Vertrauen auf Gott und die Gewissheit, dass Gott den Menschen annimmt. Dadurch verändert sich das Leben des Einzelnen, aber auch Kirche und Welt kommen in Bewegung.

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