„Terroristen missbrauchen die Religion“


IGGÖ-Präsident Ibrahim Olgun über islamische Aufklärung, Jugendarbeit und neue Ideen für Moscheen.

Von Bernhard Ichner | Kurier.at

Istanbul, Berlin, Nizza. Jeder Terroranschlag macht das Leben der Muslime in Europa schwieriger. Ihre Vertreter sehen sich gezwungen, dem Misstrauen gegen den Islam entgegenzuwirken. Im KURIER-Gespräch erklärt Präsident Ibrahim Olgun, wie die Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich (IGGÖ) diese Herausforderung zu bewältigen versucht.

KURIER: Herr Präsident, Sie kommen gerade aus Deutschland zurück. Wie haben Sie als Moslem die Stimmung nach dem Anschlag von Berlin erlebt?

Ibrahim Olgun: Zuerst einmal: Wir haben diesen feigen Anschlag strikt verurteilt – wie jeden anderen auch. Die Muslime hat das Attentat traurig gemacht. Zu der menschlichen Betroffenheit kommt auch die Sorge, dass es mit dem Islam in Zusammenhang gebracht wird. Aber das hat nichts miteinander zu tun. Terroristen missbrauchen die Religion.

Wie können Muslime Andersgläubigen denn die Angst vor dem Islam nehmen?

Das ist eine große Herausforderung. Untereinander sind wir sicher, dass es im Islam keine Rechtfertigung für Terror gibt. Aber nach außen müssen wir die Verurteilung noch klarer vermitteln. Wir erwarten aber auch von den Vertretern anderer Religionen, dass sie differenzierter beurteilen und Muslime nicht pauschal als Sündenböcke abstempeln. Sie dürfen nicht in die Falle der Terroristen tappen, die auf eine Spaltung der Gesellschaft abzielen.

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