„Wir wollen mehr, als den Zölibat infrage stellen“


 Priester mit Weihrauchkessel in der Münchner Frauenkirche (Archivbild). (Foto: Alessandra Schellnegger)
Priester mit Weihrauchkessel in der Münchner Frauenkirche (Archivbild). (Foto: Alessandra Schellnegger)
Elf Priester verlangen in einem offenen Brief tiefgreifende Reformen. Einer von ihnen ist der Kölner Pfarrer Franz Decker. Ein Gespräch über leere Kirchen und einsame Männer.

Interview von Felicitas Kock | Süddeutsche.de

Eine Gruppe katholischer Priester aus dem Rheinland hat in einem offenen Brief ihren Unmut über die Entwicklung der Kirche zum Ausdruck gebracht. Die Männer, die sich seit ihrer Weihe vor 50 Jahren regelmäßig treffen, fordern eine Öffnung des Priesteramtes für Frauen, sie wollen ein gemeinsames Abendmahl von Protestanten und Katholiken – und stellen den Zölibat infrage. Auch Franz Decker war an der Entstehung des Briefs beteiligt. Er war 24 Jahre lang Gemeindepfarrer, hat elf Jahre den Kölner Caritasverband geleitet und ist jetzt im Ruhestand.

Herr Decker, Sie haben mit Ihrem gemeinsamen Brief für großen Wirbel gesorgt. Sind Sie zufrieden mit den Reaktionen?

Mit diesem Echo haben wir tatsächlich nicht gerechnet. Dementsprechend groß ist jetzt die Freude, dass sich so viele Menschen für das interessieren, was wir zu sagen haben. Mit einer Einschränkung: Wir wollen mit unserem Brief mehr, als den Zölibat infrage stellen. Das Thema kommt erst im allerletzten Absatz zur Sprache – trotzdem geht es in der öffentlichen Debatte jetzt nur darum.

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