Dänemark: Strammes aus dem Whiskybelt


Pernille Vermund. Screenshot aus dem YouTube-Video
Pernille Vermund. Screenshot aus dem YouTube-Video
Die Nye Borgerlige, eine neue liberale, aber scharf gegen Migration ausgerichtete Partei, überholt die Rechtspopulisten in dem Land, das hyggelig bleiben will

Von Jens Mattern | TELEPOLIS

In Dänemark scheint unter dem Gros der Parteien ein Wettbewerb zu bestehen – wer vertritt die „strammere“ Migrations- und Asylpolitik? Derzeit stark im Rennen – die 2015 gegründete „Nye Borgerlige“ (Neue Bürgerliche), die der rechtspopulistischen Dansk Folkeparti (DF) die Wähler weg nimmt und in Umfragen bis zu sechs Prozent erreicht.

Die DF, die bei den Parlamentswahlen 2015 mit 21,1 Prozent ihr bestes Ergebnis einholte, scheint den Einwanderungskritikern in Dänemark zu weich geworden. Zwar ist die Partei nicht an der Regierung, sie duldet jedoch die Minderheitsregierung der rechtsliberalen „Venstre“ unter Ministerpräsident Lars Lökke Rasmussen, welche im November um zwei Kleinparteien aufgestockt wurde

Die Dansk Folkeparti spricht den „Nye Borgerlige“ ab, schärfer in der Ausländerpolitik zu sein und wirklich mit dem Herzen islamkritisch zu wirken. Doch für viele dänische Rechte scheint sie zu sehr Mainstream geworden zu sein, bereits jeder vierte Wähler habe sich von der DF abgewendet.

Dabei ist der Mainstream in Dänemark deutlich asylkritisch. So rechnet die auflagenstärkste Zeitung „Jyllands Posten“, international bekannt durch den Abdruck der Mohammed-Karrikaturen, vor, dass 5.000 Bewilligungen für Asyl im Jahre 2016 weitaus zu viel sein und das Land einen vollkommenen Asylaufnahmestopp umsetzen soll. Die Anerkennungsrate in Dänemark sei viel zu hoch, da 6.606 Menschen Asyl beantragt haben. Im Jahr 2015 waren es noch 21.000. Der Kontinent Afrika wird in einer Karikatur zum Text als Kinderwagen gezeigt, der sich Richtung Europa bewegt.

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