Amri, die Behörden und Kontaktmann VP-01


 Kerzen und Blumen in der Nähe des Breitscheidplatzes in Berlin: Zwölf Menschen starben am 19. Dezember bei dem Terrorangriff. (Foto: dpa)
Kerzen und Blumen in der Nähe des Breitscheidplatzes in Berlin: Zwölf Menschen starben am 19. Dezember bei dem Terrorangriff. (Foto: dpa)
  • Vieles, was in diesen Tagen in amtlichen Papieren über den Attentäter Amri berichtet wird, haben die Beamten von einem V-Mann erfahren.
  • Dieser berichtete unter anderem, dass ein „Anis“ was vorhabe. Daraufhin ließ der Generalbundesanwalt das Telefon von „Anis“abhören.
  • Warum aber haben die Berichte, die in anderen Fällen durchaus zu Konsequenzen führten, nicht auch im Fall Amri Folgen gehabt?

Von Hans Leyendecker, Georg Mascolo | Süddeutsche.de

Im Herbst 2015 begegnen sich im Revier zwei Männer, von denen einer nur so tut, als sei er zum Morden entschlossen. Der andere ist der Tunesier Anis Amri. Als Asylbewerber ist er vor Kurzem aus Italien gekommen und hat bei der Polizei in Krefeld gleich einen „Prüffall Islamismus“ ausgelöst, weil er auf seinem Mobiltelefon offenbar Bilder von IS-Kämpfern hat. Er wolle „hier“ etwas „machen“ hat Amri gesagt. „Hier“ war offenbar Deutschland.

Sein Gesprächspartner redet davon, er wolle nach Syrien oder in den Irak, um sich dort dem sogenannten Islamischen Staat (IS) anzuschließen. Mit einem Islamisten, der sich auskennt, hat er schon Einzelheiten besprochen. Für den Kampf aufseiten des IS würde man einige Hundert Dollar bekommen, habe der Islamist gesagt.

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