Einblick in die alte Götterwelt des Voodoo


foto: gänsler Am Strand von Ouidah feiern tausende Menschen den Voodoo-Tag. Manche sehr, manche weniger bunter gekleidet.
foto: gänsler Am Strand von Ouidah feiern tausende Menschen den Voodoo-Tag. Manche sehr, manche weniger bunter gekleidet.
In keinem anderen Land wird Voodoo so sehr gefeiert wie in Benin. Dort gibt es sogar einen eigenen Feiertag, der seltene Einblicke ermöglicht

Von Katrin Gänsler | derStandard.at

Lucien Houngan strahlt und reckt den rechten Arm in die Höhe. „Die Stimmung hier ist super“, brüllt er gegen den Lautsprecher an. Er dreht sich nach rechts und links um. Die Augen des jungen Mannes bleiben an einer Gruppe von Frauen kleben, die alle ganz in Weiß gekleidet und aufwendig geschminkt sind. Vor der Porte du Non Retour am Strand von Ouidah tanzen sie sich in Ekstase. Houngan genießt es, ihnen dabei zuzuschauen. „Wir feiern hier schließlich unsere Kultur.“

Das machen im westafrikanischen Benin jedes Jahr am 10. Jänner tausende Menschen. Seit 1998 ist der Voodoo-Tag ein offizieller Feiertag. Besonders beliebt ist das Fest rund um das Sklavendenkmal Porte du Non Retour. Ouidah – eine Autostunde westlich der Wirtschaftsmetropole Cotonou gelegen – ist nicht nur Voodoo-Hauptstadt. Von hier aus sind auch Millionen Menschen versklavt worden. Ihre Religion haben sie mitgenommen. So ist sie neben Benin unter anderem auch in Haiti offiziell anerkannt.

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