Zwischen Pragmatismus und Verhüllungspflicht


© dpa Im Wasser ist für alle Platz: Szene aus dem Sommerbad Humboldthain im Berliner Bezirk Wedding
© dpa Im Wasser ist für alle Platz: Szene aus dem Sommerbad Humboldthain im Berliner Bezirk Wedding
Auch muslimische Mädchen müssen beim Schwimmunterricht mitmachen: Das hat ein europäisches Gericht entschieden. Bei den alltäglichen Konflikten hilft das Urteil nicht.

Von Daniela Gassmann, Michaela Schwinn | Frankfurter Allgemeine

Frau Posenenske hat den Burkini noch nie gesehen. Die Schwimmlehrerin aus Frankfurt weiß nicht einmal, wo der überhaupt ist. Keine einzige ihrer Schülerinnen wollte ihn bisher tragen. Dabei hat der Förderverein der Schule den Burkini extra bestellt, um zu zeigen: Wenn muslimische Familien ihre Töchter vor Blicken schützen wollen, dann haben wir Verständnis, dann gehen wir einen Schritt auf sie zu. Der Burkini gilt schließlich in letzter Zeit als der Kompromiss bei Integrationskonflikten schlechthin.

Einer, für den der Ganzkörper-Badeanzug keine Lösung ist, geriet am vergangenen Dienstag in die Schlagzeilen: der türkischstämmige Schweizer Aziz O. Seine Töchter, beide im Grundschulalter, hatten einst zum gemischten Schwimmunterricht gehen sollen. Sie könnten Burkini tragen, bot die Schule in Basel an. O. und seine Frau lehnten ab, sie verboten den Mädchen, zusammen mit Jungen zu schwimmen. Umgerechnet ungefähr 1000 Euro sollten sie als Bußgeld zahlen, entschied die Schulbehörde. Schließlich gelte beim Schwimmunterricht die Schulpflicht.

weiterlesen

1 Comment

  1. Ich finde das ja prinzipiell eher problematisch. Ich sehe keine hinreichende Rechtfertigung, Leute gegen ihren Willen zum Schwimmen zu zwingen.

    Liken

Kommentare sind geschlossen.