Einigung in der Wannsee-Villa über die „Endlösung der Judenfrage“


Konzentrationslager in Sachsenhausen © Mikel Larreategi @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Konzentrationslager in Sachsenhausen © Mikel Larreategi @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Nur ein einziges Protokoll der berüchtigten Wannsee-Konferenz 1942 ist erhalten geblieben. Eher zufällig 1947 in Berlin gefunden, ist es die schockierende Blaupause zum industriellen Massenmord an Millionen Juden im Osten Europas.

Von Dirk Baas | MiGAZIN

Das einzig erhaltene Dokument überdauerte in einem verblassten rosafarbenen Pappdeckel mit der Beschriftung „Endlösung der Judenfrage“. Die handgeschriebene Zeile war mit einem grünen Buntstift unterstrichen, erinnerte sich Zeitzeugin Betty Nute in einem Interview im Jahr 2002. Die Britin war im Frühjahr 1947 in Berlin-Lichterfelde dabei, als das offizielle Protokoll der Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942 entdeckt wurde.

Gefunden wurde das 15-seitige Schriftstück von Kenneth Duke. Der Brite war Mitglied einer alliierten Kommission, die sich einst durch Berge von Schriftstücken wühlte, erzählte die Übersetzerin. Die Besatzer sichteten im Gebäude der Telefunken GmbH eingelagerte Akten der Deutschland-Abteilung des Auswärtigen Amtes. Dabei sei Duke „in einem riesigen Stapel auf das Protokoll gestoßen“ – die 16. von insgesamt 30 maschinengeschriebenen Ausfertigungen der belastenden Akte.

Nur NS-Außenminister Joachim von Ribbentrop benutzte einen grünen Stift, „da war ich gleich alarmiert“, berichtete Nute im Gespräch mit dem „Spiegel“.

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