Kirchen und Rechtspopulismus: „Die AfD verstreut ein süßes Gift“


Volker Resing ist Chefredakteur der
Volker Resing ist Chefredakteur der „Herder Korrespondenz“ und Mitherausgeber eines Sammelbandes, in dem sich Politikwissenschaftler und Theologen mit dem Rechtspopulisten in Deutschland auseinandersetzen. (Deutschlandfunk / Chaperon)
Beschädigt der Rechtspopulismus mit seiner Forderung nach einem „christlichen Abendland“ die Religion? Diesen und anderen Fragen geht ein Aufsatzband nach, der morgen erscheint. Der Mitherausgeber Volker Resing sagte im DLF, Parteien wie die AfD bedienten eine diffuse Sehnsucht nach einem Kulturchristentum.

Volker Resing im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: 2017 ist ein Superwahljahr. Die Zeiten sind vorbei, da von den Kanzeln befohlen wurde, wo brave Christen ihr Kreuz zu setzen haben. Aber die Kirchen mischen sich mehr denn je politisch – auch parteipolitisch – ein. Das wiederum empört die AfD.

Ich bin nun in Berlin verbunden mit dem Journalisten Volker Resing. Er ist Chefredakteur der theologischen Zeitschrift Herder Korrespondenz und Herausgeber eines Buches, das morgen erscheint. Es heißt „AfD, Pegida und Co. Angriff auf die Religion?“. Inwiefern greift die AfD die Religion an sich an – also nicht nur den Islam, sondern auch das Christentum?

Volker Resing: Wenn man christliches Engagement in der Flüchtlingshilfe dermaßen kritisiert, ist das auch schon ein Angriff auf die Religion. Aber es findet auch Angriff auf Kirchenstrukturen, auf Kirchenvertreter statt. In der Tat ist diese Kritik an einer Entchristlichung der Gesellschaft, die man dem Islam zuschreibt, ein Angriff insgesamt auf die Religion, weil das religiöse Grundgefüge damit in Frage gestellt wird. Deswegen ist interessanterweise Religion und AfD ein virulentes Thema.

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